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Leipziger Buchmesse mit Preisverleihung eröffnet

Mit einer Festveranstaltung im Gewandhaus ist am Mittwochabend die diesjährige Leipziger Buchmesse eröffnet worden. Unter dem Motto „Worte bewegen Welten“ präsentieren sich von Donnerstag bis Sonntag 2.040 Verlage und Aussteller aus 45 Ländern. Erstmals vertreten sind Armenien und die Philippinen. Gastland ist in diesem Jahr Norwegen.

Fast 50 norwegische Autorinnen und Autoren werden erwartet, darunter Karl Ove Knausgård, Johan Harstad oder Maja Lunde. Sie vertreten laut Buchmessedirektorin Astrid Böhmisch die literarische Bandbreite des Landes, von zeitgenössischer Literatur über Sachbücher bis hin zu Kinder- und Jugendliteratur, norwegischen Kriminalromanen und der Literatur des indigenen Volkes Sami.

Am Eröffnungsabend erhielt der belarussische Schriftsteller Alhierd Bacharevic für seinen Roman „Europas Hunde“ den Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. Laut Jury ist das Werk des 1975 in Minsk geboren Schriftstellers eine „wilde Mischung aus Politthriller, Epos, Abenteuergeschichte, Satire und Märchen“. Bacharevic, der im Exil lebt, sei „eine furiose literarische Zukunftsvision“ gelungen.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) sagte laut Redemanuskript bei der Eröffnung, die Leipziger Buchmesse stehe für eine große Vielfalt, mit der ein breites Publikum angesprochen werde. Zudem erkenne sie frühzeitig Trends. „Gerade in diesen Zeiten, in denen unsere Demokratie von innen wie von außen bedroht wird, brauchen wir die Kraft der Kultur – sie ist der Sound der Demokratie“, sagte Roth. Die Ministerin betonte, Kultur dürfe „kein Spielball für die kruden, nationalistischen und rassistischen Vorstellungen von rechtsextremen Kräften werden, die selbst Buchhandlungen und Bibliotheken vorschreiben wollen, welche Bücher sie in ihrem Sortiment haben sollten – und welche nicht“.

Buchmessedirektorin Böhmisch bezeichnete den Branchentreff als einen Ort für gesellschaftliche Debatten. Ein Austausch sei ausdrücklich erwünscht. Neu sei unter anderem das Gesprächsforum „Mensch & KI: Schöne neue Welt?“. Ein Höhepunkt ist traditionell die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse, der mit insgesamt 60.000 Euro dotiert ist. Er wird am Donnerstag in drei Kategorien vergeben.

Wegen der „außergewöhnlich hohen Nachfrage“ sei der Vorverkauf von Tickets zum ersten Mal begrenzt worden, sagte Böhmisch. Es gebe aber auch für den traditionell besucherstarken Samstag noch Restkarten. Möglicherweise werden die Besucherzahlen von 2024 übertroffen. Im vergangenen Jahr kamen rund 283.000 Menschen auf die Buchmesse und zum parallel stattfindenden Lesefestival „Leipzig liest“.

Die Lage auf dem Buchmarkt ist laut dem Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Peter Kraus vom Cleff, stark angespannt. Dennoch sei für 2024 ein leichtes Umsatzplus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr registriert worden. Die größten Zuwächse gebe es in der Belletristik. Dennoch sei die Zahl der verkauften Bücher um 1,7 Prozent zurückgegangen. Das Umsatzplus sei auf gestiegene Preise zurückzuführen.