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Lehrer-Proteste gegen Ministeriumspläne

Der Sächsische Lehrerverband hat zu mehreren Protesten gegen die geplanten Maßnahmen des Kultusministeriums zur Unterrichtsversorgung aufgerufen. Demonstrationen seien in Leipzig, Chemnitz und Dresden geplant, teilte der Verband am Mittwoch in Radebeul bei Dresden mit. Sie sollen am 8., 9. und 10. April jeweils am Nachmittag nach Schulschluss stattfinden.

Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hatte vor wenigen Tagen einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung vorgestellt. Die Pläne sorgten vor allem bei Lehrkräften für Unmut. Vor allem die Verschiebung der Altersermäßigungen von 58 auf 63 Jahre stieß auf Kritik sowie die geplante Abordnung von Grundschul- und Gymnasial-Lehrkräften an Oberschulen.

Der Landesvorsitzende des Lehrerverbandes, Michael Jung, erklärte: „Diese Maßnahmen sind ein Affront gegen die Lehrkräfte und Schulleitungen.“ Sie bedeuteten „eine erhebliche Mehrbelastung“. Der Lehrerverband fordert die Rücknahme der vorgestellten Pläne sowie „einen ernsthaften Dialog mit den Lehrkräften“. Über den Vorschlag des Kultusministers soll bis Ende Mai entschieden werden.

Künftig sollen Lehrkräfte erst vom 63. Lebensjahr an eine Wochenstunde Ermäßigung erhalten. Die sei „ein gravierender Einschnitt, der von den erfahrenen Lehrkräften als Missachtung ihrer langjährigen Leistung empfunden wird“, erklärte Jung. Der Verband fordert stattdessen eine freiwillige Teilzeit von 58 Jahren an und eine angemessene Bezahlung jeder Mehrarbeitsstunde, damit Lehrkräfte länger im Schuldienst bleiben.