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Katholischer Umweltbischof für fleischlosen Freitag

Einen Tag pro Woche auf Fleisch verzichten? Als die Grünen 2013 den “Veggie Day” vorschlugen, gab es viel Empörung. In der katholischen Kirche hat dies aber eine lange Tradition – und könnte wiederentdeckt werden.

Der katholische Umweltbischof Rolf Lohmann hat dazu aufgerufen, freitags auf Fleisch zu verzichten. “Der Verzicht ist nicht nur für den Körper positiv, sondern gleichzeitig auch für das Klima positiv”, sagte der Weihbischof von Münster am Mittwoch im Kloster Steinfeld in der Eifel. Die kirchliche Tradition des fleischlosen Freitags im Gedenken an Karfreitag, an dem Jesus starb, müsse wiederentdeckt werden. Es gehe aber nicht darum, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben, betonte Lohmann.

Die Grünen hatten 2013 in ihrem Wahlprogramm auf die ökologischen Schäden der Fleischproduktion hingewiesen und einen fleischlosen “Veggie Day” für Kantinen vorgeschlagen. Sie ernteten damit einen Sturm der Entrüstung.

Die Deutsche Bischofskonferenz beriet bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Kall (Nordrhein-Westfalen) darüber, was die vor zehn Jahren veröffentlichte Enzyklika “Laudato si” bewirkt hat. Papst Franziskus warnte in dem Lehrschreiben vor den dramatischen Folgen des Klimawandels. Die Bischöfe bilanzierten jetzt auch, was die Kirche zum Klimaschutz beitragen kann. Weihbischof Lohmann ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen.