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Archäologen: Wein war in Troja Getränk einfacher Leute

Einem Forscherteam ist der chemische Nachweis gelungen, dass im antiken Troja tatsächlich Wein getrunken wurde. Außerdem fanden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Bonn, Tübingen und Jena heraus, dass nicht nur Angehörige der Elite, sondern auch einfache Leute in Troja Wein tranken, wie die Universitäten am Donnerstag mitteilten. Die Erkenntnisse wurden in der Aprilausgabe des Fachmagazins American Journal of Archaeology veröffentlicht.

Die untersuchte Proben stammen den Angaben zufolge aus Fragmenten eines sogenannten Depas-Bechers, die von dem Archäologen Heinrich Schliemann gefunden worden seien. Das Trinkgefäß aus Ton wurde bereits in Homers Epos Ilias erwähnt. Der Professor Maxime Rageot von der Universität Bonn habe Proben aus den Fragmenten gefräst, erhitzt und untersucht. Dabei seien Säuren nachgewiesen worden, die in fermentiertem Traubensaft vorkommen. „Somit können wir nun sicher sagen, dass aus den Depas-Bechern tatsächlich Wein getrunken wurde und nicht nur Traubensaft“, erklärte Rageot.

Zudem habe man in der Außensiedlung Trojas im Nordwesten der heutigen Türkei auch gewöhnliche Tassen gefunden und dort ebenfalls Wein nachgewiesen, hieß es. „Damit ist klar, dass Wein ein Alltagsgetränk auch der einfachen Leute war“, sagte Stephan Blum von der Universität Tübingen.