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Computermodell enthüllt Alterungsprozesse in Immunzellen

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig haben ein Computermodell entwickelt, das Alterungsprozesse in Immunzellen sichtbar macht. Von der sogenannten „Aging Clock“ erhoffen sie sich Antworten auf die Frage, welchen Einfluss Infektionen und Impfungen auf das Immunsystem von alten Menschen haben, wie das Helmholtz-Zentrums am Dienstag mitteilte.

„Um besser zu verstehen, wie und wo genau sich das Immunsystem mit dem Alter ändert, welche Faktoren Alterungsprozesse auslösen oder beschleunigen, müssen wir den Blick auf die Player unseres Immunsystems richten – die Immunzellen“, erläuterte Yang Li, Direktorin des Zentrums für Individualisierte Infektionsmedizin. Das Zentrum ist eine gemeinsame Einrichtung des Helmholtz-Zentrums und der MHH.

Die Forschenden haben Datensätze von über zwei Millionen Immunzellen aus Blutproben von rund 1.000 gesunden Personen im Alter zwischen 18 und 97 Jahren genutzt. Daraus erstellten sie mithilfe von maschinellem Lernen ein Computermodell, das sie als „Single-Cell Immune Aging Clock“, kurz Aging Clock (Alterungs-Uhr) bezeichneten, sagte Yang Li. Das Forschungsteam stelle das Modell frei zur Verfügung, damit es für weiterführende Forschungsprojekte genutzt werden könne.

Erste Anwendungsergebnisse weisen den Angaben zufolge darauf hin, dass schwere Infektionen wie Covid-19 die Immunzellen schneller altern lassen könnten. Allerdings scheinen die Veränderungen reversibel zu sein. In einem Fallbeispiel seien die Immunzellen nach der Genesung zu ihrem ursprünglichen Altersprofil zurückgekehrt.