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Ausstellung über Lebensreform-Bewegungen ab 1900 in Bonn

Eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle blickt ab Mitte April auf das Leben in Reformkolonien und -bewegungen ab 1900. Die Schau „Para-Moderne. Lebensreformen ab 1900“ veranschauliche ab 11. April frühe Ansätze, die wegbereitend für aktuelle Überlegungen zu Nachhaltigkeit und Gemeinwohl waren, wie das Museum am Montag in Bonn ankündigte. Im Zentrum der Schau stehe das Bild „Nuda Veritas“ (1899) des Jugenstil-Malers Gustav Klimt, um die Verknüpfung von Kunst und Weltsicht zu zeigen. Weitere Kunstwerke, Plakate und Fotografien geben einen Einblick in das Leben und die Ideen der Reformbewegungen. Die Schau ist bis 10. August geplant.

Viele junge Menschen hätten im frühen 20. Jahrhundert von einem Leben abseits von Zwängen des bürgerlichen Lebens, Kapitalismus und der industriellen Gesellschaft geträumt, hieß es. In Reformkolonien abseits der Städte hätten einige von ihnen ein alternatives Leben begonnen. Als Beispiele nannte das Museum etwa die Kolonie „Monte Verità“ in der Schweiz, wo etwa der Schriftsteller Hermann Hesse, die Schauspielerin Käthe Kruse oder die Tänzerin Mary Wigman lebten, und die Frauen-Siedlung Loheland bei Fulda.

Die Schau verfolge die Ideale der frühen Lebensreform-Bewegung durch das 20. Jahrhundert, hieß es. Im Zentrum hätten die Rückkehr zur Natur und das Leben in Frieden gestanden, aber auch Gesundheit, Körperkultur und Spiritualität. In acht Kapiteln würden Beispiele unterschiedlicher Reformbewegungen aus den Bereichen Kunst, Design und Alltagskultur beleuchtet. Dabei gehe es auch um Strömungen, die eine Idealisierung des gesunden Körpers und völkische Heilslehren propagierten.