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Bischöfin Steen spricht im Landtag zu “Leid und Unrecht”

„Wir haben nicht zugehört und wir haben vertuscht.“ Nora Steen, Bischöfin im Nordkirchensprengel Schleswig und Holstein, wird am Donnerstag bei der Veranstaltung „Leid und Unrecht“ über die Verantwortung der evangelischen Kirche in Bezug auf sexualisierte Gewalt sprechen, teilte die Nordkirche am Mittwoch mit. Aus vorab veröffentlichten Auszügen ihrer Rede geht hervor, dass Steen sich bei der von Landtag und Sozialministerium organisierten Veranstaltung den historischen Versäumnissen der Kirche stellen und die Notwendigkeit eines Kulturwandels betonen wird.

„Zu lange hat sich auch die Evangelische Kirche der Aufarbeitung nicht konsequent gestellt, hat vertuscht oder Vorgebrachtes als Einzelfälle abgetan“, heißt es im Redemanuskript. Zudem müsse die Frage gestellt werden, ob das Machtgefälle zwischen der Institution Kirche und einzelnen Betroffenen „tatsächlich kleiner geworden“ sei.

Steen spricht sich laut den Vorabauszügen für verbesserte Schutzkonzepte für Gegenwart und Zukunft aus. Zudem kündigt sie weitere Maßnahmen zur Aufarbeitung und Prävention, wie die am 30. März startende „Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission“ (URAK) im Verbund Nord-Ost, an. Steen: „Wir sind auf dem Weg hin zu einer machtsensiblen Kirche, die für alle Menschen der sichere Ort ist, der ihrer Würde entspricht.“