Artikel teilen:

Bildungsinitiative Ferhat Unvar erhält Walter-Dirks-Preis

Die Hanauer Bildungsinitiative Ferhat Unvar erhält den Walter-Dirks-Preis 2025. Die Bildungsinitiative werde geehrt für ihr herausragendes Engagement für Bildungsgerechtigkeit, insbesondere von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, sowie für ihr mutiges Eintreten gegen den wachsenden Rechtsextremismus und Rassismus, teilte das katholische Haus am Dom in Frankfurt am Main am Donnerstag mit. Der nach dem Frankfurter Publizisten Walter Dirks (1901-1991) benannte Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Er wird vom Bildungszentrum Haus am Dom und dem von Dirks mitgegründeten Haus der Volksarbeit vergeben. Die Laudatio bei der Verleihung am 17. Mai im Frankfurter Bartholomäusdom hält der Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel.

„Die Jury ehrt in höchst polarisierten Zeiten und gleichzeitiger Demokratiekrise eine demokratiefördernde Initiative, die seit fünf Jahren nachhaltige, antirassistische Bildungsarbeit in Hanau und Umgebung verantwortlich gestaltet“, teilte das Haus am Dom mit. Ferhat Unvar war einer der neun bei dem rassistischen Anschlag am 19. Februar 2020 in Hanau Getöteten. Seine Mutter Serpil Temiz Unvar gründete nach seinem gewaltsamen Tod die Bildungsinitiative Ferhat Unvar. Sie bildet inzwischen Jugendliche aus ganz Deutschland aus, um Workshops an Schulen und Einrichtungen zur Sensibilisierung gegen Diskriminierung und Rassismus und für Handlungsmöglichkeiten zu halten. Rund 80 Workshops veranstaltete die Initiative nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr.

Der Walter-Dirks-Preis entstammt dem Frankfurter Sozialkatholizismus. Der in Dortmund geborene Namensgeber war ab 1946 Rundfunkjournalist und Mitherausgeber der „Frankfurter Hefte“, die den Aufbau einer Demokratie auf der Grundlage eines christlichen Sozialismus anstrebten. Ausgezeichnet werden Menschen, die im Geist von Dirks’ Leben und Arbeiten für soziale Gerechtigkeit Brückenschläge zwischen Konfessionen, Religionen, gesellschaftlichen Kräften und politischen Gruppierungen und Parteien wagen. Der 1995 gegründete Preis wird seit 2009 alle zwei Jahre vergeben, zuletzt 2023 an die Journalistin und Politikwissenschaftlerin Christiane Florin.