Eine Frau von außen könnte den NDR in die Zukunft führen. Der Verwaltungsrat nominierte am Freitag die Chefin der Bertelsmann-Vermarktungsagentur Territory. Die Wahl von Sandra Harzer-Kux ist schon für nächste Woche geplant.
Die Bertelsmann-Managerin Sandra Harzer-Kux soll neue Intendantin des Norddeutschen Rundfunks (NDR) werden. Wie der NDR-Verwaltungsrat am Freitag mitteilte, soll ihre Wahl am 4. April im NDR-Rundfunkrat stattfinden. Harzer-Kux ist die erste Kandidatin für den Spitzenposten bei einer ARD-Anstalt, die ihre Karriere fast komplett außerhalb des öffentlich-rechtlichen Bereichs absolvierte.
“Wir freuen uns sehr, dass wir am Ende eines sorgfältig sowie breit angelegten, mehrstufigen und professionell durchgeführten Auswahlverfahrens Frau Harzer-Kux als am besten geeignete Kandidatin dem NDR-Rundfunkrat zur Wahl zur neuen Intendantin vorschlagen können”, sagte die stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Uta-Maria Kuder. Harzer-Kux sei eine überzeugende Führungspersönlichkeit und erfahrene Medienmanagerin, die “die notwendigen Veränderungen und Weiterentwicklungen des NDR in einem schwieriger werdenden Umfeld beteiligungsorientiert um- und durchsetzen kann”.
Sandra Harzer-Kux (Jahrgang 1972) ist Juristin mit Schwerpunkt Medien- und Rundfunkrecht und war ab den 1990er Jahren als TV-Produzentin für das ZDF und andere tätig. 2007 wechselte sie zu Bertelsmann und leitete dort zunächst die Audio- und Bewegtbildabteilung bei der zum Konzern gehörenden Verlagsgruppe Gruner+Jahr. Später übernahm sie die Position Leiterin Digitale Medien & Video bei G+J Corporate Editors und begleitete bei G+J den Aufbau des digitalen Bereichs. Ab 2016 leitete sie die zu Bertelsmann gehörende Kommunikationsagentur Territory, die führend im Bereich Content Marketing ist. Zu den Dienstleistungen von Territory gehören nach eigenen Angaben auch Influencer- und Social-Media-Marketing sowie Mediaplanung. Harzer-Kux ist verheiratet, hat zwei Töchter und lebt in Hamburg.
Nach dem Wahlverfahren beim NDR hat der Verwaltungsrat das alleinige Vorschlagsrecht. Der Rundfunkrat muss diesen Personalvorschlag mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit annehmen. Der bisherige NDR-Intendant Joachim Knuth hatte bereits 2024 angekündigt, vorzeitig Ende August 2025 in den Ruhestand zu gehen.