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Behinderte bleiben auch im Internet öfter außen vor

Das Internet als Integrationshilfe für Menschen mit einer Behinderung? Nach der Statistik sieht es nicht so aus. Auch soziale Netzwerke sorgen nicht für mehr Teilhabe.

Schwerbehinderte nutzen das Internet deutlich weniger häufig als Personen ohne Behinderung. Während im EU-Schnitt 93,5 Prozent der Nichtbehinderten regelmäßig online sind, sind es bei Schwerbehinderten 78,2 Prozent und bei Personen mit einer moderaten Einschränkung 86 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. In der Altersstruktur und bei der Art der Nutzung zeigten sich dabei Unterschiede.

Während es beispielsweise beim Buchen von Arztterminen oder Recherchen zu Gesundheitsthemen kaum einen Unterschied zwischen Behinderten und Nichtbehinderten gibt, beteiligen sich Personen mit einer Beeinträchtigung wesentlich seltener in sozialen Netzwerken oder nutzen das Internet für Telefon- oder Videogespräche. In der jüngeren Altersgruppe fallen die Differenzen geringer aus als bei den 55- bis 74-Jährigen.

Auch zwischen den einzelnen EU-Staaten gibt es auffallende Unterschiede im Nutzungsverhalten: In den Niederlanden liegt der Anteil der Internet-affinen Schwerbehinderten mit 96,8 Prozent nur wenig unter dem der Nichtbehinderten (99,5 Prozent), ähnlich im Nicht-EU-Land Norwegen. Hingegen liegen die beiden Gruppen in Bulgarien um 47,4 Prozentpunkte auseinander (37,4 beziehungsweise 84,8 Prozent), in Litauen um 37,8 Prozentpunkte (54,9 beziehungsweise 92,7 Prozent). In Deutschland lag die Nutzungsquote im Jahr 2023, als die Daten erhoben wurden, bei 80 Prozent für Schwerbehinderte und 93,6 Prozent für Nichtbehinderte.