Giuseppe macht den Anfang: Am Dienstag rollte der Bagger mit dem italo-bayerischen Namen aufs Gelände der Christuskirche Utting, um eine Baustellenstraße in die Wiese zu planieren. Damit ist der Startschuss für den Neubau der evangelischen Kirche der Ammersee-Gemeinde gefallen: Bis Ende 2024 soll die Fassade der Christuskirche stehen, Ende 2025 sollen alle Innenarbeiten samt Elektrik fertiggestellt sein, sagte Pfarrerin Alexandra Eberhardt dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die alte, in Holzknüppelbauweise gefertigte Christuskirche war am 25. August 2021 bei einem Großfeuer vollständig ausgebrannt. Die Ursache blieb ungeklärt.
Die Pläne für den Neubau waren Mitte 2023 weitgehend fertig, zuletzt wartete die Gemeinde noch auf die Baugenehmigung des Landratsamts, die am 18. April erfolgte. „Wir haben die Wartezeit für Feinplanungen genutzt, sodass wir die Ausschreibungen praktisch zeitgleich rausschicken konnten“, erklärte Pfarrer Jochen Eberhardt. Als Erstes werde nun die alte Betonbodenplatte abgebrochen, Erde für das Keller-Lager ausgehoben und die neue Bodenplatte gesetzt.
Parallel dazu liefen die Arbeiten der Holzbau-Firmen an, die die Wände der Kirche anfertigen. Der Finanzrahmen von 2,65 Millionen Euro könne bislang eingehalten werden, sagte Eberhardt. 1,5 Millionen Euro trägt die Versicherung, 378.000 Euro steuert die Landeskirche bei. Dank verschiedener Fundraising-Aktionen fehlen der Gemeinde jetzt noch rund 200.000 Euro zur Gesamtsumme.
Die Pläne der neuen Christuskirche stammen vom Schondorfer Architekt Mauritz Lüps. Von außen ähnelt sein Modell stark der abgebrannten Kirche: Der Zwiebelturm, die Rundhölzer, die kleinen Fenster bleiben erhalten. Doch hinter der Fassade soll das neue Gotteshaus allen heutigen Ansprüchen genügen. Die Massivholzbauweise sorgt für gute Dämmung, statt mit Öl wird künftig nachhaltig geheizt, dazu kommt ein ausgeklügeltes Lichtkonzept und eine flexible Raumnutzung.
Zwei besondere Ideen beflügeln die Gemeinde im Moment: Zum einen könnten sich, wenn der Kirchenvorstand zustimmt, Gemeindemitglieder am Bau der Kirchenwände beteiligen. „Die Rundhölzer für die Außenfassade müssen entrindet werden – das geht maschinell, aber dann sieht es nicht so gut aus“, erklärte Alexandra Eberhardt. Die Idee des Bau-Ausschusses sei deshalb, die Arbeit von Hand zu erledigen und Interessierte und handwerklich Begabte – unter Aufsicht der Profis – daran zu beteiligen.