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Von A wie Alkohol bis Z wie Zwiebelprinzip

G wie Gurkenwasser gegen Glatteis oder T wie Tiere nicht vergessen: Bei Schnee und eisigen Temperaturen gibt es manches zu beachten. Ein kleiner Überblick.

Der Winter hat Deutschland fest im Griff – und in den kommenden Tagen wird es dank Tief “Elli” wohl noch winterlicher. Starker Schneefall vor allem im Norden und in höheren Lagen, aber auch gefrierender Regen und Temperaturen deutlich unter null Grad bergen schöne wie gefährliche Seiten. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) gibt einen kleinen alphabetischen Überblick:

A – Alkohol

Warme Getränke wie Kaffee und Tee wärmen den Körper von innen. Alkohol – auch in Form von heißem Glühwein oder Punsch – hat jedoch den gegenteiligen Effekt: Er weitet die Blutgefäße, wodurch der Körper zwar zunächst besser durchblutet wird, aber auch schneller Wärme verliert.

A – Achtung

Der Wetterdienst warnt vor teils chaotischen Verhältnissen durch Eis, Schnee und Sturm. Deshalb die Nachrichten verfolgen und in betroffenen Regionen möglichst nicht das Haus verlassen.

B – Beerdigungen

In Hamburg werden wegen des erwarteten Winterwetters 33 Beerdigungen und 13 Trauerfeiern abgesagt. Bis Montagmorgen bleiben aus Sicherheitsgründen alle acht Friedhöfe des Trägers geschlossen. Dazu zählt der größte Parkfriedhof der Welt, der Ohlsdorfer Friedhof. Grund dafür ist die Gefahr durch unter der Schneelast abbrechende Äste. Deshalb sollten Wälder grundsätzlich gemieden werden.

C – Celsius

Vielerorts werden die Temperaturen am Wochenende auf 10 Grad minus und darunter fallen. Menschen in Sibirien, Grönland und Alaska sind ganz andere Temperaturen gewohnt: Hier fällt das Thermometer im Winter mitunter auf minus 60 Grad und darunter ab.

D – Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn hat bereits angekündigt, in den nächsten Tagen den Fernverkehr aufgrund der erwarteten Schneefälle in Nord- und Ostdeutschland einzuschränken. Zudem wird die Geschwindigkeit auf einzelnen Schnellfahrstrecken reduziert.

E – Eislaufen

Die Kälte hat vielerorts Seen und andere Gewässer zufrieren lassen. Trotz der winterlichen Kulisse warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) davor, diese Eisflächen zu betreten. Nach Einschätzung der Wasserretter ist das Eis in den meisten Fällen weiterhin nicht tragfähig. Dies sei frühestens bei einer Eisstärke von mindestens 15 Zentimetern auf stehenden und 20 Zentimetern auf fließenden Gewässern der Fall.

F – Fahrradfahren

Fahrradfahren sollte man bei Sturm und im Tiefschnee besser nicht. Anders als in skandinavischen Ländern, wo Menschen auch bei Kälte und Schnee mit Spikes unterwegs sind, dürften hierzulande nur die wenigsten Radfahrer entsprechend ausgerüstet sein.

G – Gurkenwasser gegen Glatteis

Mehrere bayerische Gemeinden nutzen zum Streuen auf glatten Straßen kein Salz, sondern Gurkenwasser. 2019 begann dazu eine Testphase zwischen dem Unternehmen Develey und niederbayerischen Straßenmeistereien. Inzwischen nutzt auch der Münchner Flughafen gereinigtes und angereichertes Gurkenwasser, um seine öffentlichen Wege von Glatteis zu befreien.

H – Herzpatienten in Gefahr

Schneeschippen und andere größere Anstrengungen im Freien sollten herzkranke Menschen laut der Deutschen Herzstiftung derzeit besser anderen überlassen. Dies gelte etwa für Betroffene von Bluthochdruck, Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit und Vorhofflimmern. Zudem gebe es Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Kälte und dem häufigeren Auftreten von Schlaganfällen und Lungenembolien.

I – Inseln

Niedrige Temperaturen oder starker Schneefall machen auf den deutschen Inseln in der Nord- und Ostsee nicht mehr Probleme als andernorts. Der angekündigte Sturm jedoch könnte dem Fährverkehr zum Verhängnis werden. Möglicherweise sind also nicht alle Inseln in den kommenden Tagen wie gewohnt zu erreichen.

J – Januar

Der Januar liegt mitten im Winter. Winterwetter ist im ersten Monat des Jahres also eher keine Überraschung, wenngleich die erwarteten Schneemengen in Norddeutschland eher ungewöhnlich sind. Und glaubt man den Bauernregeln, ist ein schneereicher Januar für den weiteren Jahresverlauf sogar gar nicht schlecht. Da heißt es etwa: “Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer gerne heiß.” Oder: “Januar ganz ohne Schnee tut Bäumen, Bergen und Tälern weh.”

K – Kratzen

Wer sein Auto nicht richtig freikratzt, riskiert Bußgelder. Wer nur mit kleinem Guckloch in der Windschutzscheibe fährt, muss 10 Euro Strafe zahlen, wenn er erwischt wird. Ein nicht geräumtes Autodach schlägt mit 25 Euro zu Buche; ein bedecktes Kennzeichen kostet 5 Euro. Wer aber sein Auto warmlaufen lässt, muss mit bis zu 80 Euro Strafe rechnen. Gut, dass moderne Autos inzwischen mit Standheizungen ausgerüstet sind.

L – Langsam

Egal ob zu Fuß oder mit dem Auto: Bei Glätte empfiehlt sich, langsam unterwegs zu sein. In den nächsten Tagen heißt es also: mehr Zeit einplanen. Arbeitnehmer etwa sind selbst dafür verantwortlich, auch bei Glätte pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. Wer nicht von zuhause arbeiten kann, muss also früher los.

M – Meteorologen

Meteorologen betonen, dass starker Schneefall nicht im Widerspruch zur Klimaerwärmung stehe. “Dadurch, dass die gesamte Erdatmosphäre wärmer geworden ist, kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen. So kann es bei bestimmten Wetterlagen passieren, dass die Niederschläge heftiger ausfallen können als vielleicht noch vor 10 oder 20 Jahren”, sagte Meteorologe Stefan Laps vom ARD-Wetterkompetenzzentrum der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dabei sei es “der Schneeflocke wurscht, ob sie bei minus 5 oder bei minus 3 Grad fällt. Selbst bei null Grad fällt noch Schnee.”

N – nasskalt

Trockene Kälte fühlt sich für viele Menschen nicht so unangenehm an wie nasskaltes Wetter. Der angekündigte Regen und Schneefall könnten die gefühlte Temperatur also nach unten drücken. Glück hat, wer in den kommenden Tagen einfach zuhause bleiben kann.

O – Obdachlose

Menschen ohne Wohnung sind Eis, Schnee und Kälte besonders ausgesetzt und sollten in diesen Tagen möglichst nicht im Freien übernachten. Ein aufmerksamer Blick kann Leben retten. Wer einen ungeschützten und hilflosen Menschen im Freien sitzen oder liegen sieht, sollte ihn ansprechen und Hilfe anbieten. Das können ein Kaffee, ein warmes Essen oder auch der Hinweis auf weitere Hilfsangebote wie Notunterkünfte und Kältebusse sein. Im Notfall den Rettungsdienst rufen.

P – Pinguin-Gang

Den Oberkörper leicht nach vorn beugen, die Füße platt aufsetzen: Was nicht besonders elegant aussieht, hilft, Unfälle zu vermeiden oder stark abzumildern. Für Standfestigkeit bei Eis und Schnee sorgen auch Spikes.

Q – Quecksilber

Seit 2009 dürfen in der EU keine Thermometer mit Quecksilber mehr in den Verkauf gebracht werden. Zum Teil wurden entsprechende Messvorrichtungen aber noch länger genutzt. Vielleicht hat auch den deutschen Kälterekord von minus 45,9 Grad ein solches Thermometer gemessen. So kalt war es laut Daten einer privaten Wetterstation an Heiligabend 2001 am Funtensee im Berchtesgadener Land.

R – Rodeln

In unseren Zeiten von warmen und schneearmen Wintern dürften sich viele Kinder freuen, sich nun endlich mal auf den Schlitten zu setzen und einen Hang hinunterzudüsen. Auch für Schneeballschlachten und das Bauen von Schneemännern sind gerade perfekte Bedingungen.

S – Schneeräumen

Jeder Hausbesitzer ist gesetzlich verpflichtet, seinen Gehweg zwischen 7.00 und 22.00 Uhr mindestens auf einer Breite von einem Meter eis- und schneefrei zu halten. Je nach Bundesland können bei Nichtbeachtung auch Bußgelder erhoben werden. Die Verwendung von Streusalz ist vielerorts verboten, um Umwelt und Tiere zu schonen. Alternativ können Sand, Granulat oder Splitt gestreut werden.

T – Tiere nicht vergessen

Katzen ohne festes Zuhause erfrieren ohne Unterschlupfmöglichkeiten. Geöffnete Scheunen, Gartenlauben, Garagen oder Keller können jetzt laut Tierschutzorganisation Peta existenziell sein. Weidetiere wie Pferde und Schafe benötigen einen geeigneten Unterstand und eine frostsichere Wasserversorgung.

U – Unfälle

Ungewohnte Glätte und Schnee sorgen immer wieder für Stürze und Kollisionen. Wer sich draußen bewegt, sollte entsprechend vorsichtig unterwegs sein und mehr Zeit einkalkulieren.

V – Vögel

Vögel finden bei Eis und Schnee keine Nahrung. Deshalb sind sie auf Hilfe angewiesen. Weichfutterfressern wie Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Amseln und Wacholderdrosseln helfen laut Naturschutzbund Rosinen, Äpfel oder Haferflocken in Bodennähe, am besten in speziellen Bodenfutterspendern. Für Körnerfresser wie Meisen, Finken und Sperlinge empfehlen sich auch Freilandfuttermischungen, die verschiedene Samen in unterschiedlicher Größe enthalten.

W – Winterreifen

Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mit Winterreifen, sondern mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit 60 Euro Bußgeld sowie einem Punkt in Flensburg rechnen.

X – Xanten

Xanten und andere westdeutsche Regionen dürften zunächst von Schneemassen verschont bleiben.

Y – Youtube

Tutorials auf der Plattform Youtube geben Tipps, wie man das Winterwetter nutzen kann. Eine Anleitung zum Schneemann-Bau: www.youtube.com/watch?v=T-shJLdgHJA; ein Tutorial zum Iglu-Bau: www.youtube.com/watch?v=6nf08IhFY4A. Und wer in diesen Tagen nicht nach draußen muss, kann es sich zuhause gemütlich machen und kreativ entschleunigen. Warum nicht mal aus dem Fenster schauen und die winterliche Landschaft malen? www.youtube.com/watch?v=5eSXAMZlta8

Z – Zwiebelprinzip beim Anziehen

Wer sich bei eisigem Wind und Minusgraden draußen aufhält, sollte mehrere Lagen übereinander tragen. Es empfehlen sich Skiunterwäsche, darüber Pullover oder Fleece-Jacke und schließlich eine wasser- und winddichte Outdoorjacke.