Rund 176.500 Menschen leiden in Thüringen regelmäßig unter Schlafstörungen. In keinem anderen Bundesland werde die Diagnose gemessen an der Gesamtbevölkerung häufiger gestellt als im Freistaat, teilte die Krankenkasse Barmer nach Auswertung ihrer Patientendaten am Freitag in Erfurt mit. Etwa 8,3 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer seien wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung. Der bundesweite Schnitt liege bei 7,3 Prozent.
Frauen und Männer sind in Thüringen etwa gleichermaßen von Schlafstörungen betroffen. Seit dem Jahr 2012 ist die Patientenzahl im Land zudem um rund 60.000 gestiegen.
Schlechter Schlaf kann laut Geschäftsführerin der Barmer-Landesvertretung, Birgit Dziuk, ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Es bestehe ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Schlaganfall, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer länger als drei Monate mindestens dreimal pro Woche schlecht schlafe und dadurch seine Lebensqualität beeinträchtigt sehe, sollte das ärztlich abklären lassen.
Schlafstörungen können etwa durch Stress, unregelmäßige Schlafgewohnheiten oder die Nutzung elektronischer Geräte vor dem Zubettgehen verursacht werden, sagte Dziuk. Die bevorstehende Zeitumstellung in der Nacht zu Sonntag könne für Menschen mit Schlafproblemen eine zusätzliche Herausforderung darstellen. Der bereits gestörte Schlafrhythmus könne weiter durcheinander gebracht werden.
Die Auswertung basiert auf Abrechnungsdaten der Krankenkasse. Aufgrund der hohen Zahl der Versicherten gelten die hochgerechneten Fallzahlen als repräsentativ für den Freistaat.