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Keine Altersgrenze mehr für ehrenamtliche Prediger in Nordkirche

Arbeiten auch im Rentenalter, weil Arbeitskräfte knapp sind – darüber wird politisch diskutiert. Und auch die evangelische Kirche im Norden fragt sich, wie Ältere länger im Einsatz bleiben können.

Für ehrenamtliche Prediger soll in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland künftig keine Altersgrenze mehr gelten. Bislang mussten die sogenannten Prädikanten mit dem Erreichen des 75. Lebensjahres ihren Dienstauftrag zurückgeben. Eine entsprechende Änderung beschloss die in Travemünde tagende Landessynode am Freitag in erster Lesung. “Durch den kontinuierlichen Rückgang an Pastorinnen und Pastoren in den Kirchengemeinden ist der Bedarf an Personen, die mit der öffentlichen Wortverkündigung beauftragt sind, stark gestiegen”, heißt es in der Vorlage für das Kirchenparlament, die am Samstag abschließend beschlossen werden soll. Durch die Altersgrenze würde die Kirche aber Jahr für Jahr Prädikantinnen und Prädikanten verlieren.

Die Flensburger Pröpstin Rebbecca Lenz forderte in der Debatte mehr Ausbildungsressourcen für den Prädikantendienst. Prädikanten seien nicht nur Lückenbüßer. “Für mich ist dieser Dienst auch Teil meines Kirchenbilds, dass wir nicht nur das ordinierte Amt, sondern auch die Gemeinschaft der Glaubenden auf der Kanzel haben.” Hingegen verwies der Bad Segeberger Synodale Matthias Nebendahl darauf, dass die Altersgrenze auch eine abstrakte Qualitätssicherung darstelle. “Man muss den Menschen nicht ins Gesicht sagen, dass sie etwas nicht mehr können.”