Artikel teilen:

Gleichstellungsbericht: Frauen durch Klimawandel stärker belastet

Der Klimawandel und seine Folgen treffen Frauen oftmals härter als Männer. Zu diesem Schluss kommt der neue Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, den das Bundeskabinett am Mittwoch billigte. Frauen seien unter anderem „von den gesundheitlichen Belastungen und dem höheren Aufwand für Sorgearbeit als Folge des Klimawandels betroffen“, heißt es in der Expertise, die von einer Sachverständigenkommission verfasst wurde.

Der Bericht beleuchtet zum einen die direkten Folgen des Klimawandels unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit. „Strukturell benachteiligte Menschen“ seien im Allgemeinen „klimavulnerabler“ – das betreffe auch Frauen: „Alleinerziehende, darunter viele Frauen, leben zum Beispiel einkommensbedingt häufiger in Mietwohnungen älteren Baujahrs, die in der Regel schlechter isoliert sind“, heißt es in dem Bericht.

Außerdem erhöhten Extremwetterereignisse den Bedarf an Sorgearbeit, die meist von Frauen geleistet werde. Von Hitzewellen würden zugleich ältere und schwangere Frauen besonders stark beeinträchtigt.

Zum anderen untersuchte die Sachverständigenkommission Maßnahmen für Klimaschutz und Anpassung an Klimaveränderungen. Der CO2-Preis für fossile Heizenergie beispielsweise treffe alleinlebende und alleinerziehende Frauen aufgrund ihres geringeren Einkommens „überdurchschnittlich hart“. Zugleich könnten sie seltener auf klimafreundliche Alternativen umstellen.

Bei klimapolitischen Investitionen für die Wirtschaft stünden „männerdominierte Branchen im Mittelpunkt“, etwa energieintensive Industrien, heißt es im Bericht weiter. Frauendominierte Branchen wie Soziales, Bildung und Gesundheit „werden demgegenüber vernachlässigt“. Dies berge die Gefahr, „bestehende Geschlechterungleichheiten zu vertiefen“.

Die Sachverständigen forderten, Gleichstellungsaspekte bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Anpassung an Klimaveränderungen stets mitzudenken. Die Gleichstellung der Geschlechter sei von der Regierung „nach wie vor nicht als
Querschnittsprinzip in die für die sozial-ökologische Transformation relevanten Handlungsfelder einbezogen“, kritisierten die Kommissionsmitglieder.