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Frauen sind bereit für den Weltgebetstag auf den Cookinseln

Über Ländergrenzen hinaus blicken, Themen von Frauen ansprechen, Gemeinsamkeit und Zusammenhalt erleben. Hier berichten Frauen, warum ihnen der Weltgebetstag wichtig ist.

Mutter Tarani Napa mit Tochter Tevairangi Napa haben das Bild zum Weltgebetstag 2025 gestaltet
Mutter Tarani Napa mit Tochter Tevairangi Napa haben das Bild zum Weltgebetstag 2025 gestaltetWorld Day of Prayer International Committee

Der Flug ging von Düsseldorf nach Doha, weiter nach Auckland und dann auf die Cookinseln. 24 Stunden Flugzeit. Angelika Waldheuer war im vergangenen Jahr auf den Inseln, wo der diesjährige Weltgebetstag vorbereitet wurde. Eine abenteuerliche Reise, bei der sie das Leben auf den Inseln etwas kennenlernen konnte.

„Die Frauenhilfe organisiert jedes Jahr eine Reise in das nächste Land, das den Weltgebetstag ausrichtet“, erklärt Waldheuer, die Vorsitzende der westfälischen Frauenhilfe ist. Seit einigen Jahren schon fährt sie immer mit. 2023 ging es nach Israel und Palästina, davor war sie in Slowenien. „Im nächsten Jahr ist Nigeria dran, dahin wird keine Reise angeboten“, sagt Angelika Waldheuer. „Zu gefährlich.“

Cookinseln: Wunderschön, aber viele Schwierigkeiten

Seit 2006 engagiert sich die frühere Erzieherin und Steuerfachangestellte in der Frauenhilfe. Dort wurde sie auf den Weltgebets­tag aufmerksam, seither ist sie immer wieder dabei. „Diese Unterschiedlichkeit, das Leben der Frauen, das im Mittelpunkt dabei steht, das fasziniert mich einfach immer wieder“, betont sie.

Gerade die Cookinseln seien sehr besonders gewesen. „Wir waren im Juni dort, das ist deren Winter. Da blüht bei 26 Grad der Hibiskus und man bekommt die ganzen tollen Früchte“, schwärmt sie. Es sei faszinierend, das Land zu entdecken, die Schönheit zu erleben, aber auch von den Schwierigkeiten zu hören.

Wenn man die 14 Inseln zusammenzähle, dann seien sie nicht größer als Bielefeld, erklärt Waldheuer. Auf den Reisen lerne man sehr viel über das jeweilige Land. „Da kann man hinterher viel darüber erzählen.“ Und das macht Angelika Waldheuer. In der Vorbereitung zum Weltgebetstag organisiere die Frauenhilfe im Februar immer ein Treffen. Dieses Mal hat sie über die Inseln berichtet und viele Fragen beantwortet.

 

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In ihrer Gemeinde, der Friedenskirchengemende in Münster, wird der Weltgebetstag ökumenisch gefeiert. Es gibt drei katholische Gemeinden und eine evangelische. Der Ort, an dem gefeiert wird, wechselt. „Eine Gruppe bereitet immer vor und lädt dann die anderen ein“, so Waldheuer. Der Gottesdienst wird am Nachmittag gemeinsam gefeiert, danach gibt es ein Beisammensein mit Spezialitäten aus dem Land in den Gemeinden.Vor ihrer Arbeit für die Frauenhilfe habe sie kaum Notiz vom Weltgebetstag genommen, gesteht Waldheuer. „Aber seitdem ich ihn für mich entdeckt habt, ist er ein wichtiger Punkt. Das ist für mich ein fester Termin im Kalender.“

Eine Weltgebetstags-Werkstatt informiert

Das geht auch Susanne Meißner so. Seit 2003 ist sie in den Gemeinden Zehdenick und Gransee in Brandenburg engagiert und seit vielen Jahren maßgeblich an der Weltgebetstags-Werkstatt des Kirchenkreises beteiligt. Panama war das erste Land, zu dem sie einen Weltgebetstag gestaltet hat, das weiß Susanne Meißner noch genau. Sie hatte gerade frisch angefangen als Gemeindepädagogin in Zehdenick. „Das war absolutes Neuland für mich“, sagt sie. Nach Gransee habe sie den Weltgebetstag „mitgebracht“, „die haben den vorher gar nicht gefeiert“, berichtet Susanne Meißner.

Oft fuhr sie zur Vorbereitung im Januar nach Berlin, hat sich dort informiert, später stieß sie auf die Landeswerkstatt und fuhr dort immer hin. „Das war immer sehr inspirierend. Ein schönes und intensives Wochenende, bei dem man sich anguckt, was die Bundeswerkstatt macht. Man sieht, was andere machen und kann Ideen entwickeln, was man selbst noch machen kann“, so Meißner.

Gewalt und Missbrauch: Die Situation der Frauen im Mittelpunkt

Susanne Meißner fing an im Vorbereitungsteam des Kirchenkreises Oberes Havelland mitzuarbeiten, mittlerweile leitet sie das Team. „Wir geben weiter, was wir in der Landeswerkstatt erarbeitet haben. Das Team auf Kirchenkreis­ebene trägt das dann wiederum weiter in die Gemeinden.“ Sie sei in das Thema Weltgebetstag fast hineingestolpert. „Und heute gelte ich sozusagen als Expertin“, sagt Susanne Meißner und lacht.

Sie hat Freude daran. Mag es, zu überlegen, wie man Dinge vermitteln kann. Und sie selbst lernt auch eine ganze Menge. „Es ist spannend, nicht nur das Land kennenzulernen, sondern auch etwas über die Situation der Frauen zu erfahren. So unterschiedlich die Länder auch sind, es gibt Probleme, wo man denkt: ,Ach, das gibt es hier auch.‘“ Gerade in den Fürbitten, wo die Probleme der Frauen in dem jeweiligen Land vorgestellt werden, gebe es immer wieder Anknüpfungspunkte. „Dann wird es ganz plötzlich auch meine Fürbitte“, so Meißner.

Weltgebetstag: Der Blick über die Landesgrenzen ist wichtig

Mittlerweile ist Susanne Meißner nicht mehr beim Kirchenkreis, ehrenamtlich kümmert sie sich weiter um den Weltgebetstag. Auch in ihrer Gemeinde wird der Weltgebetstag ökumenisch gefeiert. Die Feier findet Freitagabend statt, klassisch mit anschließendem Essen. „Die Frauen in Gransee machen ganz viel in Eigeninitiative, das ist toll.“

Für Meißner ist der Weltgebetstag wichtig. „Wir müssen über die Landesgrenzen hinausgucken. Es werden Themen von Frauen angesprochen. Sich darin gemeinsam verbunden zu fühlen, das ist wichtig. Gerade in der heutigen Zeit.“ Missbrauch, Gewalt, Ausgrenzung, große Verantwortung in der Sorgearbeit – die Probleme seien ähnlich in den Ländern, betont sie. „Die Probleme zu teilen, zusammen zu beten, das ist eine großartige Sache, die trägt“, so Susanne Meißner. Nicht nur in den Ländern des Weltgebetstags, auch in den Gemeinden hier vor Ort würden dabei Impulse gegeben, Energien freigesetzt.

Nicht immer sei alles schön. Im vergangenen Jahr sei der Weltgebetstag mit Palästina sehr schwierig gewesen, das hinge vielen noch nach. „Es wurde viel diskutiert, es war schwer, Vorgaben zu machen. Viele haben sich da rausgehalten“, war Meißners Beobachtung. Um so schöner, dass die Teilnehmerinnen in diesem Jahr wieder zurückkehrten, um gemeinsam den Weltgebets­tag von den Cookinseln zu feiern.