Das Hamburger Thalia Theater probt ein AfD-Verbotsverfahren. Im Rahmen der stattfindenden Lessingtage bringe es eine von Regisseur Milo Rau konzipierte Versuchsanordnung auf die große Bühne, teilte das Theater mit. Bei dem dreitägigen „Prozess gegen Deutschland“ würden „rechtspopulistische Strömungen, die Verantwortung der großen Tech-Konzerne sowie ein Verbot der AfD verhandelt“.
Fachleute inszenieren das AfD-Verbotsverfahren auf der Bühne
Auf der Bühne stünden dabei keine Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern Fachleute, informierte das Theater. Staatsanwaltschaft und Verteidigung würden Zeuginnen und Zeugen befragen und Plädoyers halten, eine „echte Jury aus Hamburger Geschworenen“ werde ein Urteil fällen. An den geplanten fünf Prozessterminen seien 35 „hochkarätige und prominente Persönlichkeiten“ beteiligt, darunter die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) als Richterin.
Tickets seien für die einzelnen Sitzungstermine erhältlich. Auf der Website des Thalia Theaters und auf nachtkritik.de werde der Prozess im Livestream zu sehen sein. Beschäftigte des Hamburger Abendblatts würden die Argumente zusammenfassen und auf abendblatt.de kommentieren.
