Die Zahl der von der Sterbehilfeorganisation „Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben“ vermittelten Suizide ist im vergangenen Jahr gestiegen. Wie der Verein am Donnerstag in Berlin mitteilte, nahmen sich 2025 insgesamt 898 Menschen mit dessen Unterstützung das Leben. Das ist ein erneuter starker Anstieg: 2024 assistierten Ärzte und Juristen des Vereins nach dessen Angaben bei 623 Suiziden, 2023 waren es 418.
Hauptmotive der Menschen, die sich selbst getötet haben, seien Multimorbidität und „Lebenssattheit“ gewesen, erklärte die Organisation. Danach folgten als Motiv eine Krebserkrankung oder eine neurologische Erkrankung. Die größte Gruppe seien Frauen im Alter zwischen 80 und 89 Jahren gewesen.
Die „Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben“, die sich selbst nach Worten ihres Präsidenten Robert Roßbruch als Patientenschutzorganisation versteht, vermittelt seit einem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zum assistierten Suizid selbst Hilfe bei der Selbsttötung. Voraussetzung ist nach Angaben des Vereins eine in der Regel mindestens sechsmonatige Mitgliedschaft. Neben den Kosten dafür berechnet der Verein für die Hilfe bei der Selbsttötung eine Pauschale in Höhe von 4.000 Euro.
Die Zahl der Fälle, in denen sich Menschen durch Hilfe von Sterbehilfeorganisationen das Leben nehmen, war seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz im Jahr 2020 stetig gestiegen. Die Karlsruher Richter hatten damals entschieden, dass das Recht auf selbstbestimmtes Sterben auch das Recht umfasst, sich das Leben und dabei Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen. Es kippte damit ein pauschales Verbot organisierter Suizidassistenz. Eine neue Regelung, die diese Form der Sterbehilfe ermöglicht, gleichzeitig aber vor Missbrauch schützt, kam seitdem nicht zustande.