Mit Blick auf aktuelle weltweite Herausforderungen wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland sowie auch in der gesamten EU ein geschlosseneres Auftreten der Mitgliedstaaten. Auch sprachen sich in einer Umfrage europaweit 86 Prozent der Bürger dafür aus, dass die Union auf internationaler Ebene eine stärkere Stimmen haben sollte. In Deutschland waren es 89 Prozent. Die Eurobarometer-Umfrage ist in Brüssel durch das EU-Parlament veröffentlicht worden.
Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sowie der EU sprach sich demnach auch dafür aus, dass die EU beim Schutz der Bürger vor globalen Krisen und Sicherheitsgefahren präsenter sein sollte. Europa solle sich dabei vor allem auf Verteidigung und Sicherheit konzentrieren. Außerdem nannten die Befragten in Deutschland und den anderen EU-Mitgliedstaaten Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Industrie sowie Energieunabhängigkeit und -infrastruktur als Elemente, mit denen Europa primär seine Position in der Welt zu stärken solle.
Umfrage in EU: Konflikte und Terror machen Sorgen
Gefragt danach, welche Sicherheitsthemen den Menschen am meisten Sorge bereiten, wurden deutschland- und EU-weit Konflikte in der Nähe der EU am häufigsten genannt. Darüber hinaus beschäftigen viele Menschen Terrorismus, Cyberangriffe aus Nicht-EU-Ländern sowie zunehmende Naturkatastrophen durch den Klimawandel.
Dennoch blicken 76 Prozent der Europäer sowie der Deutschen für sich und die eigene Familie positiv in die Zukunft. Was die Zukunft der Welt anbelangt, zeigten sich allerdings nur 44 Prozent der EU-Bürger und 37 Prozent der Deutschen optimistisch. Mit Blick auf die EU und das eigene Land hatte knapp die Hälfte einen positiven Blick.
In allen Mitgliedstaaten wurde ebenfalls gefragt, ob die Bürgerinnen und Bürger die Mitgliedschaft des jeweiligen Landes in der EU gut finden. Im EU-Durchschnitt bejahten dies 72 Prozent, in Deutschland 62 Prozent.
Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Verian im Auftrag des Europäischen Parlaments im November 2025 Bürgerinnen und Bürger ab 15 Jahren in allen 27 Mitgliedstaaten. Insgesamt wurden 26.453 Interviews geführt. Die EU-Ergebnisse seien entsprechend der Bevölkerungszahlen gewichtet worden.
