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Ruck-Schröder bei Amtseinführung von neuem Bischof in Jerusalem

Die westfälische Präses Adelheid Ruck-Schröder ist mit weiteren Vertretern der evangelischen Kirchen in Deutschland nach Israel gereist, um ökumenische Kontakte zu pflegen. Anlass ist ein Bischofswechsel in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL), wie die Evangelische Kirche von Westfalen am Freitag in Bielefeld mitteilte: Am Sonntag wird in der Erlöserkirche in Jerusalem der neue palästinensische Bischof Imad Mousa Haddad eingeführt und der bisherige Amtsinhaber Sani Ibrahim Azar verabschiedet.

Ruck-Schröder bleibt bis Montag in Israel und will unter anderem ökumenische Projekte in Israel und den palästinensischen Gebieten besuchen. „Die Partnerschaft mit den Kirchen im Heiligen Land ist gerade in diesen Tagen wichtig“, betonte die leitende Theologin der westfälischen Landeskirche. „Es braucht Begegnungen, es braucht Austausch, auch die Vergewisserung: Wir sind nicht allein.“

Ruck-Schröder würdigte das Wirken des scheidenden Bischofs Azar. Er habe die ELCJHL über viele Jahre geprägt und sich dabei für den interreligiösen Dialog und die Stärkung der christlichen Stimmen in der Region eingesetzt. Im November hatte die Theologin mit einer Delegation des nordrhein-westfälischen Landtags an einem Gottesdienst in der Erlöserkirche teilgenommen, in dem Azar für einen Eklat sorgte, indem er mit Blick auf den Gaza-Krieg von „Völkermord“ sprach. Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, verließ daraufhin die Kirche. Azar bedauerte anschließend die ausgelöste „Irritation“.

Zur Gruppe der evangelischen Kirchendelegation gehören neben Ruck-Schröder der Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Andreas Lange aus Lemgo, der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sowie die Landesbischöfinnen Heike Springhart und Kristina Kühnbaum-Schmidt von der badischen Landeskirche und der Nordkirche. Die Görlitzer Generalsuperintendentin Theresa Rinecker nimmt als Vertreterin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz teil.