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Rheinische Kirche verurteilt christlichen Nationalismus

Warnung aus der evangelischen Kirche: Das Christentum werde missbraucht, um Gewalt, Macht und Ausgrenzung zu rechtfertigen. Auch sogenannte Christfluencer stehen in der Kritik.

Die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland wendet sich gegen einen weltweiten christlichen Nationalismus. Gewalttätige Machtpolitik, reaktionäre Wertvorstellungen und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit würden sinnentstellend mit dem Christentum gerechtfertigt, heißt es in einem am Dienstag gefassten Beschluss.

Kritisiert werden sowohl US-Präsident Donald Trump und seine Maga-Bewegung als auch der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill, der offen die aggressive Machtpolitik Putins unterstütze. “Auch in Europa und Deutschland suchen politische Akteurinnen und Akteure im Umfeld der extremen Rechten eine christliche Legitimation ihrer Politik.”

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, sagte vor Journalisten: “Es ist wichtig, dass wir uns klar verhalten, wo man sich auf religiöse Legitimation zurückbezieht.” Die Selbstinszenierung von Trump als Rettergestalt sei ein Missbrauch der Religion. In Deutschland müssten die Kirchen dem Missbrauch des christlichen Glaubens durch manche “Christfluencer” entgegentreten.