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Korruptionsindex: Dänemark erneut Spitze, Deutschland legt zu

Schlechte Noten für die Weltgemeinschaft: Der globale Korruptionsindex fällt, die Zivilgesellschaft steht unter Druck. Deutschland verbessert sich leicht, bleibt aber gefordert.

Der neue Korruptionsindex zeigt: Weltweit nimmt Korruption zu
Der neue Korruptionsindex zeigt: Weltweit nimmt Korruption zuImago / Jürgen Heinrich

Nur 42 von möglichen 100 Punkten haben die Länder der Welt beim Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 2025 von Transparency International durchschnittlich erhalten. Das ist der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren, wie aus den Daten des veröffentlichten Jahresberichts der Nichtregierungsorganisation hervorgeht. Deutschland konnte sich demnach um zwei Punkte auf 77 Zähler verbessern und wieder in die „Top Ten“ vorstoßen. Spitzenreiter war zum achten Mal in Folge Dänemark (89 Punkte).

Dem deutschen Nachbarn folgen Finnland (88 Punkte) und Singapur (84 Punkte). Auf dem letzten Platz mit jeweils neun Punkten liegen Südsudan und Somalia. Größter Gewinner im Vergleich zum Vorjahr ist den Daten zufolge Aserbaidschan. Das Land am Kaspischen Meer konnte sich zwar um acht Punkte verbessern, kommt damit allerdings lediglich auf 30 Punkte und den 130. Platz.

Korruption: Transparency fordert von Deutschland ehrgeizigere Ziele

Im Zehn-Jahres-Trend konnte Angola am meisten aufholen. Ein Plus von 14 Punkten seit 2016 bedeutet fast eine Verdopplung auf 32 Punkte (Platz 120). Die größten Rückschritte mit jeweils minus 12 Punkten machten im gleichen Zeitraum Myanmar (16 Punkte) und Nicaragua (14 Punkte).

Deutschland ist zwar das einzige Land in den „Top Ten“, das sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern konnte. Damit sollte sich die Bundesrepublik allerdings nicht zufriedengeben, sagte Margarete Bause, stellvertretende Vorsitzende von Transparency Deutschland. Vor zehn Jahren erreichte Deutschland noch 81 Punkte: „Das Ziel sollte sein, dass Deutschland in die Top fünf aufsteigt.“

USA und Großbritannien verlieren im Korruptionsindex deutlich

Auch andere westliche Staaten wie Großbritannien und die USA büßten im Zehn-Jahres-Trend viele Punkte ein. Großbritannien verschlechterte sich seit 2016 um elf Punkte auf 70 (Platz 20), die USA um zehn Punkte auf 64 (Platz 29). Für die USA bedeutet das ein Allzeittief. Ungarn erreichte mit 40 Punkten (Platz 84) den niedrigsten Wert der EU. Westeuropa und die EU kamen zwar auf den höchsten Durchschnittswert mit 64 Punkten. Jedoch war die Entwicklung in 13 Ländern seit dem Jahr 2012 negativ, nur sieben Staaten konnten sich verbessern.

Besonders viele Länder verschlechterten sich in Nord-, Mittel- und Südamerika (durchschnittlich 42 Punkte): Seit 2012 entwickelten sich nur zwei Nationen positiv, in zwölf wuchs dagegen die Korruption an. Der asiatisch-pazifische Raum konnte sich hingegen mehrheitlich positiv entwickeln: Seit 2012 kletterten acht Staaten auf der Skala, für sechs ging es nach unten.

Guter Rechtszugang senkt das Korruptionsniveau

Laut dem Jahresbericht treiben mehrere Faktoren Korruption an. So gehe ein guter Zugang zum Justizsystem mit einem niedrigen Korruptionslevel Hand in Hand. Auch eine freie Zivilgesellschaft und unabhängiger Journalismus würden zu niedrigerer Korruption und besseren CPI-Werten beitragen. Seit 2012 seien weltweit 150 Journalistinnen und Journalisten, die über Korruption berichtet hatten, ermordet worden. Mehr als 90 Prozent davon ließen ihr Leben in Ländern mit einem CPI-Wert unter 50 Punkten.

Nach Angaben von Transparency International wurde der CPI aus 13 Einzelindizes von unabhängigen Institutionen gebildet. Insgesamt wurden 182 Länder untersucht.