Den von US-Präsident Donald Trump angekündigten “Friedensrat” sieht der Patriarch von Jerusalem zwar ebenfalls skeptisch. Dennoch ist für ihn klar: Der Gazastreifen benötigt einen Neuanfang.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa, Lateinischer Patriarch von Jerusalem, hält ein Wiederaufflammen des Gaza-Kriegs für unwahrscheinlich. Die seit Oktober geltende Waffenruhe zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas werde halten, sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dies liege jedoch nicht an einer diplomatischen Annäherung – sondern daran, dass “alle erschöpft sind”.
“Ich glaube nicht, dass sich die Situation aus humanitärer und politischer Sicht verbessern wird”, so der oberste katholische Repräsentant in Nahost. Kämpfe und Gewaltausbrüche werde es weiterhin geben. “Dennoch bin ich recht zuversichtlich, dass wir einen Krieg, wie wir ihn in den vergangenen Jahren gesehen haben, zumindest in der nächsten Zeit nicht mehr sehen werden.”
Pizzaballa äußerte sich auch zu dem von US-Präsident Donald Trump angekündigten “Friedensrat” (“Board of Peace”), der zum neuen politischen Leitungsgremium des Gazastreifens werden soll. Sicherlich werde der Schritt, der nach seinen Informationen fast abgeschlossen sei, für Kontroversen sorgen, so der Kardinal. “Aber auf jeden Fall müssen wir den Beginn einer neuen Phase für den Gazastreifen einleiten.” Die Menschen im Konfliktgebiet benötigten schließlich eine Perspektive.