Artikel teilen:

Illegale Migration in die EU 2025 um ein Viertel zurückgegangen

Weniger Menschen erreichten im vergangenen Jahr illegal die EU. Die EU-Grenzschützer warnen jedoch vor schnellen Verlagerungen der Migrationsrouten – auch durch feindliche Akteure.

Deutlich weniger Menschen sind im vergangenen Jahr irregulär über die EU-Außengrenzen gelangt. Rund 178.000 unerlaubte Grenzübertritte wurden nach vorläufigen Zahlen der EU-Grenzschutzagentur Frontex registriert. Dies sei ein Rückgang um 26 Prozent im Vergleich zu 2024, teilte Frontex am Donnerstag mit. Damit lag die Zahl auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Bangladesch, Ägypten und Afghanistan sind die häufigsten Herkunftsnationalitäten.

Frontex erklärte, der Rückgang der Zahlen sei zwar eine wichtige Entwicklung, die Lage an den Außengrenzen bleibe jedoch volatil. Migrationsbewegungen könnten sich rasch zwischen einzelnen Routen verlagern, beeinflusst durch Konflikte, politische Instabilität und Schleusernetzwerke. Zudem verwies die Agentur auf Versuche feindlicher Akteure, Migration gezielt zur politischen Einflussnahme auf die EU zu nutzen.

Die am meisten genutzte Fluchtroute führt von Libyen durch das zentrale Mittelmeer Richtung Italien. Auf der östlichen Mittelmeerroute gingen die Zahlen insgesamt zurück, lediglich Überfahrten von Ostlibyen nach Kreta nahmen den Angaben zufolge zu. Weniger Menschen kamen von Westafrika übers Meer in die EU. Auch entlang der Westbalkanroute wurden weniger irreguläre Grenzübertritte bemerkt. Frontex führt dies unter anderem auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen und eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort zurück. Auf der westlichen Mittelmeerroute hingegen stiegen die Zahlen, insbesondere durch mehr Abfahrten aus Algerien.

Mit der Vorstellung der Zahlen wies Frontex auf Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration hin, wonach 2025 mindestens 1.878 Menschen auf See im Mittelmeer ums Leben kamen; im Jahr zuvor waren es 2.573. Frontex erklärte, mit Luft- und Seeeinsätzen unterstütze man nationale Behörden bei der Ortung von Booten in Seenot.

Libyen blieb eines der wichtigsten Abfahrtsländer für Geflüchtete. Für die EU ist das nordafrikanische Land ein wichtiger Partner dabei, Migranten von der Einreise in die EU abzuhalten. Sie unterstützt und finanziert die libysche Küstenwache. Seenotrettungsorganisationen berichten von Gewalt durch die Küstenwache gegen Geflüchtete und Helfer. Sie dokumentierten Fälle etwa von Schüssen auf Rettungsboote und der Verschleppung von Geflüchteten in das Krisenland. 2023 kam ein UN-Bericht zu dem Ergebnis, dass die EU mit ihrer Unterstützung für die libysche Küstenwache Beihilfe zu Straftaten leistet.

Frontex ist die EU-Agentur für Grenz- und Küstenschutz mit Sitz in Warschau. Sie unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Sicherung der EU-Außengrenzen gegen Migration und grenzüberschreitende Kriminalität.