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Hamburger Erzbischof Heße weist Trumps Grönland-Anspruch zurück

Festakt mit politischem Akzent: Beim Ansgar-Jubiläum kritisiert Hamburgs Erzbischof Stefan Heße US-Forderungen zu Grönland. Ähnlich äußerte sich der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Georg Austen.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat Besitzansprüche des US-amerikanischen Präsidenten auf Grönland entschieden zurückgewiesen. “Was Trump über Grönland sagt, wird in keiner Weise den Menschen vor Ort, ihrer Tradition oder dem Völkerrecht gerecht”, sagte Heße am Sonntag in Kopenhagen. Bei einem Festgottesdienst anlässlich der Christianisierung Dänemarks durch den Heiligen Ansgar vor 1.200 Jahren rief er die Europäer zur Solidarität mit dem Land auf: “Wir stehen als Europäer zusammen und lassen uns nicht von Dänemark und Grönland wegdividieren.”

Ähnlich äußerte sich der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Georg Austen, am Rande der Feierlichkeiten. Zwar habe der Konflikt derzeit eine Atempause eingelegt. Doch die Verunsicherung in Grönland und Dänemark sei weiterhin groß. “Als Weltkirche erinnern wir daran, dass echter Friede nicht durch Machtansprüche entsteht, sondern durch Dialog, gegenseitigen Respekt und das Gebet füreinander.”

Der heilige Ansgar, der vor 1.200 Jahren vom Kloster Corvey in Westfalen nach Skandinavien aufbrach, gilt als “Apostel des Nordens” und als Brückenbauer zwischen Kulturen und Regionen. Dieses Erbe steht nach den Worten Austens heute für europäische Verbundenheit und Verständigung.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, die Nummer zwei des Vatikans, hatte die Messfeier geleitet. Er unterstrich die Rolle des “unauslöschlichen” christlichen Erbes in der heutigen dänischen Gesellschaft: “Dänemark ist nicht mehr das heidnische Land, dem Ansgar bei seiner Ankunft hier begegnete.”