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Gedenktafel für ersten Luther-Biografen Mathesius enthüllt

Das Lutherhaus in Wittenberg erinnert an den ersten Luther-Biografen Johann Mathesius. Am Freitag wurde an der Fassade des Wittenberger Augusteums eine Gedenktafel für den Pfarrer und Reformator (1505-1565) angebracht, teilte die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt in Wittenberg mit.

An der feierlichen Enthüllung haben demnach Vertreter der Johann-Mathesius-Gesellschaft aus Markkleeberg bei Leipzig teilgenommen, die die Tafel initiiert und finanziert habe. Sie sei vom Rotary Club Wittenberg mit Unterstützung der Stadtwerke angebracht worden.

Johannes Mathesius sei eine wichtige Persönlichkeit der Reformationsgeschichte, sagte die Verwaltungsdirektorin der Luthergedenkstätten, Astrid Mühlmann: „Wir verdanken ihm ungezählte Informationen über Luther.“

Der im sächsischen Rochlitz geborene Mathesius war den Angaben zufolge ein bedeutender Prediger und Autor. Er war demnach so stark von Martin Luthers (1483-1546) Schriften beeinflusst, dass er 1529 nach Wittenberg zog und dort studierte. Nach einer Zeit in Joachimsthal im Erzgebirge kehrte er nach Wittenberg zurück und wurde als Tischgenosse Luthers der wichtigste Überlieferer der Tischreden des Reformators, die er zwei Jahre lang aufgezeichnet habe.

Ab 1542 habe Mathesius wieder als Pfarrer in Joachimsthal gewirkt, wo er die lutherische Lehre verteidigt habe. In 17 Predigten habe er seiner Gemeinde das Leben Luthers vorgestellt. Diese Predigten bildeten den Angaben zufolge die Grundlage für die erste Biografie über den Reformator mit dem Titel „Luthers Leben“, die 1566 erschien.