Die Frauen-Union fordert, den neuen Wehrdienst-Fragebogen inhaltlich zu erweitern und auch Frauen zum Ausfüllen zu verpflichten. Dazu habe sie einen Antrag für den CDU-Bundesparteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart gestellt, sagte eine Sprecherin am Freitag auf Nachfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Das gerade beschlossene Modell der Freiwilligkeit beim Wehrdienst sei „umgehend weiterzuentwickeln“, um Frauen mehr einzubinden. „Unser Ziel ist eine Grundgesetzänderung und ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr für Deutschland“, heißt es in dem Antrag, der dem epd vorliegt. Zuerst hatte das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (online/Freitag) darüber berichtet.
Laut dem Antrag sollen sowohl Frauen als auch Männer den Fragebogen verpflichtend ausfüllen. Wer keinen Wehrdienst leisten will, soll gefragt werden, ob sich die Person stattdessen eine Tätigkeit im sozialen Bereich oder im Zivil- und Katastrophenschutz vorstellen kann. Diese Daten sollten dann an Wohlfahrtsverbände und Zivil- und Katastrophenschutzorganisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) oder das Deutsche Rote Kreuz gehen, damit diese Interessierte gezielt ansprechen könnten.
Das langfristige Ziel sei, dass alle jungen Bürger eines Jahrgangs ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich absolvieren, hieß es weiter. Nach dem Grundgesetz können bislang nur Männer zur Wehrpflicht oder zum Zivildienst gezwungen werden.
In Deutschland wurde zum 1. Januar ein neuer und zunächst freiwilliger Wehrdienst eingeführt. Vorerst werden alle Männer und Frauen ab dem Jahrgang 2008 angeschrieben und aufgefordert, einen Fragebogen zu ihrer Eignung und Befähigung für einen Dienst in den Streitkräften auszufüllen. Männer müssen antworten, Frauen können es. Gelingt es nicht, auf dem nun beschlossenen Weg genug Freiwillige für die Bundeswehr zu gewinnen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer „Bedarfswehrpflicht“ vor.