Er ist Kunstwerk und Streitobjekt gleichermaßen: der Cranach-Triegel-Altar im Naumburger Dom, der sich derzeit in Rom befindet. Um seine Entstehung sowie den darauffolgenden Streit dreht sich der neue Kinofilm “Triegel trifft Cranach”, der am 5. Februar in die Kinos kommt. Wie die Galerie Schwind in Berlin mitteilte, begleitete Regisseur Paul Smaczny mehrere Jahre den Leipziger Künstler Michael Triegel.
Triegel hatte im Auftrag des Naumburger Doms den 1520 von Lucas Cranach (1472-1553) geschaffenen und später teils zerstörten Altaraufsatz vervollständigt. Als 2022 der Flügelaltar in den Naumburger Dom zurückkehrte, löste seine dortige Aufstellung einen Streit um den Unesco-Welterbetitel aus: Durch das Kunstwerk seien die Sichtachsen auf die zwölf Stifterfiguren des Doms beeinträchtigt, was den 2018 verliehenen Weltkulturerbe-Status für die Kirche gefährde.
Neue Ausstellung über Triegel in Berlin
Um den Streit zu entschärfen, wurde im vergangenen Jahr eine auf zwei Jahre befristete Aufstellung des Altarbildes in der deutschsprachigen Kirche des Campo Santo Teutonico nahe dem Petersdom in Rom vereinbart.
Neben dem Kinofilm steht auch eine neue Ausstellung über den Maler in den Startlöchern: Ab Samstag zeigt die Galerie Schwind in Berlin neue Zeichnungen und Gemälde Triegels, wie sie mitteilte. Im Mittelpunkt der Schau stehe das Gemälde “Doxa”. In diesem verhandle Triegel die Frage nach der Herrlichkeit Gottes und ihrer sinnlichen Erscheinung in der Welt. Der Titel “Doxa” verweise auf den griechischen Begriff für “Glanz”, “Ruhm” oder “Herrlichkeit”.
Die Eröffnung der Ausstellung, die bis 21. März zu sehen ist, findet laut der Galerie am Samstagnachmittag statt. Michael Triegel soll persönlich anwesend sein. Im Anschluss werde die Premiere des Films im Filmtheater am Friedrichshain stattfinden, so die Galerie.
