In einer EU-Verordnung verpflichten sich die Mitgliedstaaten, einen Teil der beschädigten Ökosysteme bis 2050 wiederherzustellen. Landwirtschaftsminister der Union stellen sich dagegen. Das rügt der Naturschutzbund.
Der Naturschutzbund Nabu zeichnet in diesem Jahr die Haltung der Unions-Landesagrarminister zur Wiederherstellung zerstörter Ökosysteme mit dem “Dinosaurier des Jahres 2025” aus. Als einen Grund nennt die Organisation eine Initiative von CDU- und CSU-Ministern, ein EU-weites Gesetz zur Wiederherstellung von Naturräumen wieder aufzuheben. In einer Mitteilung am Montag in Berlin warf der Nabu den Ressortchefs die Verbreitung irreführender Behauptungen und eine Verweigerungshaltung gegenüber dringend benötigten Änderungen in der Land- und Forstwirtschaft vor.
Der Negativpreis geht stellvertretend an Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) als derzeitigen Vorsitzenden der Agrarministerkonferenz. Johannes Enssle, Nabu-Landesvorsitzender Baden-Württemberg, nannte es bedauerlich, dass sich ausgerechnet Hauk sich an die Spitze dieser Bewegung gesetzt habe. Gerade Baden-Württemberg zeige mit seinem Biodiversitätsstärkungsgesetz, dass viele Ziele der europäischen Wiederherstellungsverordnung schon auf Landesebene verfolgt würden. Mit Blick auf einen europaweiten rechtsverbindlichen Rahmen erwartete der Naturschutzbund von den Ministern konstruktive Mitarbeit statt Sabotage, erklärte Enssle.
Mit dem “Dinosaurier des Jahres” zeichnet der Nabu seit 1993 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich aus Sicht der Organisation durch besonders rückschrittliches öffentliches Engagement gegen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben. Preisträger 2024 war der Berliner Senat für das “Schneller-Bauen-Gesetz”, 2023 das “Beschleunigungspakt” der Ministerpräsidentenkonferenz.