Die Landesarbeitsgemeinschaft Wohnungsnotfallhilfe der Caritas Baden-Württemberg hat den neuen Bundesleitfaden zur Unterbringung wohnungsloser Menschen als wichtigen Schritt für menschenwürdige Standards begrüßt. Entscheidend sei jedoch, dass die Empfehlungen nun verbindlich auf Landes- und kommunaler Ebene umgesetzt werden, erklärten die Sprecherinnen Alexandra Stork (Caritas Stuttgart) und Sabina Stemann-Fuchs (Caritas Bruchsal) am Mittwoch in einer Stellungnahme. Der Leitfaden sei überfällig, dürfe aber kein „Papiertiger“ bleiben.
In Baden-Württemberg gelten rund 100.000 Menschen als wohnungslos, davon leben etwa 95.000 in kommunalen Not- oder Gemeinschaftsunterkünften. Nach Einschätzung der Caritas fehlen bisher landesweite Mindeststandards, wodurch es große Unterschiede und teils unzumutbare Bedingungen gebe. „Ordnungsrechtliche Unterbringung darf kein bloßes Verwahren sein“, betonten die Sprecherinnen. Menschenwürdige Unterbringung sei Ausdruck staatlicher Verantwortung und Voraussetzung, um Wohnungslosigkeit dauerhaft zu überwinden. Mit Blick auf die Landtagswahl appellierte die Landesarbeitsgemeinschaft, das Thema zu einem sozialpolitischen Schwerpunkt der kommenden Legislaturperiode zu machen. (0228/28.01.2026)