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Zur Person: Leni Riefenstahl

Leni Riefenstahl war eine der wichtigsten Regisseurinnen während der NS-Zeit. 1902 wurde sie in Berlin geboren. Bis sie 1926 für den Film entdeckt wurde, arbeitete sie zunächst als Tänzerin. Als Schauspielerin wird sie dann unter anderem durch die Filme „Der große Sprung“ und „Weiße Hölle am Piz Palü“ bekannt. Ihr Debüt als Regisseurin gibt sie 1932 mit dem Bergfilm „Das blaue Licht“.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 beauftragt Reichskanzler Adolf Hitler (1889-1945) Riefenstahl mit der Produktion eines Propagandafilms über den NS-Reichsparteitag 1933 in Nürnberg („Sieg des Glaubens“). Über den NS-Parteitag von 1934 dreht Riefenstahl „Triumph des Willens“. Sie setzt dafür 16 Kamerateams ein. Aus mehr als 60 Stunden Filmmaterial entsteht einer der bekanntesten Propagandafilme. 1938 erscheinen ihre beiden Filme über die Olympischen Spiele in Berlin 1936 ( „Fest der Völker“ und „Fest der Schönheit“). 1940 und 1941 dreht sie „Tiefland“ und rekrutiert dafür Sinti und Roma aus Konzentrationslagern.

In der Nachkriegszeit wird sie in Freiburg/Breisgau (1949) und Berlin (1952) in
Spruchkammerverfahren als „Mitläuferin“ eingestuft. Sie wendet sich der Fotografie zu und verbringt in den 1970er Jahren lange Zeit bei dem sudanesischen Stamm der Nuba. In der Folge feiert sie mit Bildbänden und Ausstellungen erneut Erfolge.

In ihren 1987 veröffentlichten Memoiren streitet sie ihre Komplizenschaft mit dem NS-Regime ab. 2003 stirbt Riefenstahl in Pöcking am Starnberger See.