Wer die Geburtskirche in Bethlehem betreten will, muss durch die sogenannte Tür der Demut. Sie ist so niedrig, dass sich jeder Erwachsene bücken muss. Für den Würzburger Bischof Jung ein Bild für das menschliche Leben.
Der Würzburger Bischof Franz Jung hat in der Christmette am Heiligen Abend die Menschen dazu aufgerufen, mehr Demut zu üben. Dabei verwies er auf die sogenannte Tür der Demut bei der Geburtskirche in Bethlehem. Der Eingang ist derart niedrig gehalten, dass sich jeder Besucher und jede Besucherin bücken muss, um das Gotteshaus betreten zu können. Auch im Leben gebe es viele enge Pforten, sagte Jung laut Redemanuskript. “An Weihnachten sind wir eingeladen, mit dem Kind diese Pforten zu durchschreiten.”
Wer sich anstrenge und dies schaffe, für den könne eine solch enge Tür bisweilen sogar zur Heiligen Pforte werden, so Jung. Wer krank sei, von den Mühen des Alters gezeichnet, mit anderen im Streit liege oder seine Ängste überwinden müsse, der könne mit Hilfe der Demut im Glauben über sich hinauswachsen und sein Leben erneuern. Die Tür der Demut in Bethlehem sei gerade mal 1,20 Meter hoch, eigentlich ideal für Kinder. “Auch das wird an Weihnachten zum hochsymbolischen Maß. Mit dem Sohn Gottes können nur die Kinder Gottes durch diese Tür ein und ausgehen.”
Heilige Pforten sind bestimmte Portale an Kirchen, die nur in sogenannten Heiligen Jahre geöffnet werden. Auch 2025 beging die katholische Kirche ein Heiliges Jahr, das in der Regel alle 25 Jahre stattfindet. Dieses Mal stand es unter dem Motto “Pilger der Hoffnung” und geht in den nächsten Tagen zu Ende.