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Vier Vollzeitstellen für die Dialektforschung

Das Land Baden-Württemberg finanziert vier Stellen an den Universitäten Freiburg und Tübingen, um die heimischen Dialekte zu erforschen. In Freiburg liegt der Schwerpunkt auf der Weiterarbeit am Badischen Wörterbuch, dessen Abschluss noch nicht absehbar ist, wie das Staatsministerium in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme zu einem fraktionsübergreifenden Antrag aus dem Landtag schreibt. Zum Vergleich: Das Schwäbische Wörterbuch wurde bereits 1936 fertiggestellt. In Tübingen wird derzeit ein Online-Portal mit Materialien für Lehrkräfte entwickelt.

Neben der universitären Forschung fördert das Land eine Vielzahl weiterer Projekte. Der Dachverband der Dialekte Baden-Württemberg erhält jährlich 78.000 Euro. Zudem wurde 2024 ein Landespreis für Dialekt ins Leben gerufen, der jährlich vergeben wird und mit 50.000 Euro dotiert ist. Kürzlich ernannte die Landesregierung die Zeichentrickfiguren „Äffle und Pferdle“ zu Dialektbotschaftern. Für das Jahr 2026 ist eine grenzüberschreitende Mundart-Messe in Oberkirch (Ortenaukreis) in Verbindung mit den Heimattagen geplant.

Bei digitalen Themen sieht die Regierung Handlungsbedarf, verweist aber auf die Zuständigkeit des Bundes. Das gängige Vergütungsmodell bei Musik-Streaming-Diensten benachteilige Künstler mit regionalem Repertoire. Einer Streaming-Abgabe nach französischem Vorbild steht die Regierung allerdings wegen rechtlicher Hürden und hoher Verwaltungskosten skeptisch gegenüber. (0028/07.01.2026)