Rund 2.300 Einsendungen für das “Unwort des Jahres 2025” sind bis kurz vor Weihnachten bei der Marburger Sprach-Jury eingegangen. Das teilte die Sprecherin der Jury und Marburger Professorin, Constanze Spieß, auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Noch bis Jahresende können weitere Vorschläge eingereicht werden. Mit der Aktion wollen die Initiatoren auf unangemessene Formen des öffentlichen Sprachgebrauchs aufmerksam machen. Gesucht werden etwa Wörter, die mit der Menschenwürde oder den Prinzipien der Demokratie schwer vereinbar seien oder gesellschaftliche Gruppen diskriminierten.
Unwort des Jahres 2025: Bekanntgabe im Januar in Marburg
Mitte Januar soll im hessischen Marburg das Unwort für das Jahr 2025 bekannt gegeben werden. Die Wettbewerbsjury besteht aus Sprachwissenschaftlern und Autoren. 2024 kürten sie den Begriff “Biodeutsch” zum Unwort, gefolgt vom Begriff “Heizungsverbot”. Das Wort “biodeutsch” werde vor allem in den Sozialen Medien in rassistischer und nationalistischer Weise gebraucht, hieß es zur Begründung. Bereits seit 1991 wird ein Unwort des Jahres gewählt.
In Deutschland gibt es mehrere Aktionen, um das Bewusstsein für Sprache zu verbessern. Jährlich werden etwa das Wort und das Unwort sowie das Jugendwort und der “Sprachpanscher” des Jahres gekürt. Als “Wort des Jahres 2025” kürte die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache im Dezember den Begriff “KI-Ära“.
Unwort des Jahres: Neues Format erstmals vergeben
2025 erstmals vergeben wurde der Titel “Wortgetüm des Jahres”, um für eine verständlichere Sprache zu werben. Bei der Aktion des “Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache” der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Berliner Alpha-Bündnisse und der Stiftung Grundbildung Berlin wurde der Begriff “Antidiskriminierungsbeauftragte” als “Wortgetüm” gekürt. Die Jury nutzte die Wortschöpfung “Wortgetüm” bewusst, obwohl der Begriff im Duden nicht vorkommt. Dort gibt es lediglich das Wortungetüm.
