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Überschuldung in Brandenburg leicht gestiegen

In Brandenburg gibt es wieder mehr überschuldete Verbraucherinnen und Verbraucher. Nach acht Jahren rückläufiger Entwicklung sei deren Zahl erstmals wieder gestiegen, teilte die Creditreform-Gesellschaft Berlin-Brandenburg unter Berufung auf ihren neuen Schuldneratlas 2025 am Dienstag mit. Ausschlaggebend für die Trendwende seien vor allem die gestiegene Arbeitslosigkeit sowie die weiterhin hohen Lebenshaltungskosten. Der bislang dämpfende Effekt einer zurückhaltenden Konsumneigung verliere dagegen an Einfluss.

Zum Stichtag am 1. Oktober 2025 wiesen den Angaben zufolge in Brandenburg 160.167 Menschen Überschuldungsmerkmale auf. Das sei ein leichter Anstieg um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit liege der Zuwachs bei zwei Prozent. Insgesamt seien in Deutschland rund 5,67 Millionen Privatpersonen überschuldet gewesen.

Die Überschuldung in Brandenburg liege zugleich weiter klar unter dem Niveau früherer Jahre, hieß es. 2020 seien dort noch rund 205.000 Fälle registriert worden. Die Schuldnerquote habe hier am Stichtag 2025 bei 7,48 Prozent gelegen. Spitzenreiter im Land war mit 12,34 Prozent weiter Brandenburg an der Havel. Vergleichsweise gering fiel die Quote mit 5,38 Prozent im Landkreis Potsdam-Mittelmark aus.

Am stärksten betroffen blieben mit zwölf Prozent die 40- bis 49-Jährigen, hieß es. Männer seien mit einer Quote von 8,69 Prozent weiter deutlich häufiger überschuldet gewesen als Frauen mit 5,55 Prozent. Gründe seien unter anderem eine höhere Risikobereitschaft bei Finanzentscheidungen und ein größerer Anteil an Selbstständigen.