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Treffen von FPÖ und AfD – Kritik an mangelnder Distanz

Die AfD steuert in Sachsen-Anhalt in diesem Jahr möglicherweise auf einen Wahlsieg zu. Auch Tipps zum Regieren soll sie sich schon geholt haben – bei Gleichgesinnten aus dem Nachbarland.

In Österreich sorgt am Wochenende ein Treffen zwischen FPÖ und AfD für Ärger und Irritation. Bei einem mehrtägigen Besuch einer AfD-Delegation aus Sachsen-Anhalt diese Woche in Salzburg seien die Mitglieder von der Schwesterpartei auf eine mögliche künftige Regierungsverantwortung vorbereitet worden, berichten örtliche Medien. Kritiker werfen der FPÖ, die das Bundesland Salzburg in einer Koalition mit der konservativen ÖVP regiert, fehlende Distanz zum als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD-Landesverband vor.

Hintergrund des Treffens dürfte die im Herbst stattfindende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sein. Umfragen sehen die AfD aktuell klar auf Platz eins. Laut einem FPÖ-Funktionär ging es bei dem Treffen mit der AfD unter anderem um die “strategische Vorbereitung” auf den Wechsel von der Oppositions- in die Regierungsrolle, wie die Zeitung “Der Standard” berichtet. Von einem “Crashkurs im Regieren” schreiben die Salzburger Nachrichten.

Auch für die Salzburger FPÖ sehen Beobachter in der Zusammenarbeit mit der AfD-Fraktion einen Paradigmenwechsel. Die Landespartei fühle sich durch das Umfragehoch der Bundespartei so gestärkt, dass sie eine Abgrenzung zum rechtsextremen Milieu nicht mehr als nötig erachte. In Österreich führt die rechtspopulistische FPÖ die Umfragen mit mehr als 37 Prozent an und erfährt damit mehr Zustimmung als die ehemaligen Großparteien ÖVP und SPÖ zusammen. FPÖ-Chef Herbert Kickl erklärte am Samstag beim jährlichen “Neujahrstreffen” seiner Partei in Klagenfurt: Ziel sei es, die Wiener Regierungskoalition “in die Luft zu sprengen”.