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Synodaler Weg zieht Bilanz – katholische Vollversammlung in Stuttgart

Sechs Jahre Reformdebatte: Der Synodale Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland will prüfen, was aus seinen Beschlüssen wurde. Zugleich richten Bischöfe und Laien den Blick auf das Nachfolgegremium.

Vor gut sechs Jahren startete das Reformprojekt Synodaler Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Von Donnerstag bis Samstag zieht nun die sechste und letzte Synodalversammlung von Bischöfen, Ordensleuten und Laien in Stuttgart Bilanz. Im Fokus steht eine Evaluation des teils umstrittenen Vorhabens, das seinerzeit unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals ins Leben gerufen wurde. Zentrale Themen waren Macht, Rolle der Frauen, Sexualmoral und priesterliche Lebensform. Der Vatikan zeigte dabei im Verlauf des Prozesses immer wieder Grenzen auf.

Der Synodale Weg wurde von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) initiiert. ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp und der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing stehen dem Projekt als Präsidenten vor. Der Limburger Bischof kündigte allerdings unlängst an, Ende Februar nicht wieder bei der Wahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zu kandidieren.

Zwei prominente Kritiker des Synodalen Wegs, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, nehmen nicht an der Abschlusssitzung teil. Letzterer erklärte auf Anfrage, dass er an der zeitgleich in Rom stattfindenden Vollversammlung der vatikanischen Behörde für die Glaubenslehre teilnehme. Woelki sagte dem Onlineportal domradio.de am Dienstag: “Für mich ist der Synodale Weg abgeschlossen.” Ursprünglich seien fünf Sitzungen vereinbart worden; “und an diesen habe ich auch teilgenommen”.

In den vergangenen beiden Jahren bereitete ein Interimsgremium, der Synodale Ausschuss, die Einsetzung einer bundesweiten Synodalkonferenz vor. In dieser sollen die gemeinsamen Beratungen von Bischöfen und Laien verstetigt werden. Die Synodalkonferenz könnte sich – vorbehaltlich der Zustimmung aus Rom – im November konstituieren.

Zudem bereitet die Synodalversammlung in Stuttgart die Wahl für die noch ausstehenden Mitglieder der künftigen Synodalkonferenz vor. Ihr sollen neben den 27 Ortsbischöfen und 27 ZdK-Vertretern auch noch 27 weitere Katholikinnen und Katholiken angehören.

Die inhaltliche Arbeit des Synodalen Wegs wurde auf der fünften Synodalversammlung im März 2023 beendet. Insgesamt verabschiedete das rund 230 Mitglieder umfassende Gremium 15 Papiere. Zu den greifbarsten Ergebnissen zählten die Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechts sowie die Möglichkeit zur Segnung von homosexuellen Paaren.

Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln) sowie die Bischöfe Stefan Oster (Passau), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und der inzwischen emeritierte Gregor Maria Hanke (Eichstätt) sehen das Projekt kritisch. Sie hatten zwar an den Sitzungen des Synodalen Wegs teilgenommen, nicht aber am Synodalen Ausschuss – unter Verweis auf Vorbehalte aus Rom.