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Synodaler Weg zieht Bilanz – katholische Vollversammlung in Stuttgart

Sechs Jahre Reformdebatte: Der Synodaler Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland will schauen, was aus seinen Beschlüssen wurde. Zugleich richten Bischöfe und Laien den Blick auf das Nachfolgegremium.

Vor gut sechs Jahren startete der Synodale Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Vom 29. bis 31. Januar 2026 zieht nun die sechste und letzte Synodalversammlung von Bischöfen und Laien in Stuttgart Bilanz. Im Fokus steht eine Evaluation des teils umstrittenen Reformprojekts, das seinerzeit unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals ins Leben gerufen wurde. Zentrale Themen waren Macht, Rolle der Frauen, Sexualmoral und priesterliche Lebensform.

In den vergangenen beiden Jahren bereitete ein Interimsgremium, der Synodale Ausschuss, die Einsetzung einer bundesweiten Synodalkonferenz vor. In dieser sollen die gemeinsamen Beratungen von Bischöfen und Laien verstetigt werden. Die Synodalkonferenz könnte sich – vorbehaltlich der Zustimmung aus Rom – im November konstituieren.

Zudem bereitet die Synodalversammlung in Stuttgart die Wahl für die noch ausstehenden Mitglieder der künftigen Synodalkonferenz vor. Ihr sollen neben den 27 Ortsbischöfen und 27 Vertretern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) auch noch 27 weitere Katholikinnen und Katholiken angehören.

Die inhaltliche Arbeit des Synodalen Wegs wurde auf der fünften Synodalversammlung im März 2023 beendet. Insgesamt verabschiedete das rund 230 Mitglieder umfassende Gremium 15 Papiere. Zu den greifbarsten Ergebnissen zählten die Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechts sowie die Möglichkeit zur Segnung von homosexuellen Paaren.

Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln) sowie die Bischöfe Stefan Oster (Passau), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und der inzwischen emeritierte Gregor Maria Hanke (Eichstätt) sehen das Projekt kritisch. Sie hatten zwar an den Sitzungen des Synodalen Wegs teilgenommen, nicht aber am Synodalen Ausschuss – unter Verweis auf Vorbehalte aus Rom.