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Steinmeier ruft zu Zivilcourage gegen Antisemitismus auf

Der Bundespräsident blickt am Holocaust-Gedenktag auch auf aktuellen Antisemitismus. An die Adresse von Juden sagt er: “Ihr seid ein Teil von uns.”

Am Holocaust-Gedenktag hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Zivilcourage gegen Antisemitismus aufgerufen. “Jetzt ist Haltung und Handeln gefragt”, sagte Steinmeier am Dienstag in der Sendung ARD-Extra. Wenn Antisemitismus auf Straßen, aber auch im privaten Umfeld laut werde, sollte dem widersprochen werden.

Bei Bedrohungen und Gewalt müsse der Rechtsstaat handeln, verfolgen und verurteilen, so das Staatsoberhaupt. Bildung sei wichtig, und da sei in der Vergangenheit auch viel getan worden. Die Arbeit werde allerdings schwieriger, je weiter das Jahr 1945 zurückliege. Viele Schüler wüssten zum Beispiel nicht oder nicht mehr genau, was der Holocaust gewesen sei.

Er sagte, er freue sich über wieder gewachsenes jüdisches Leben in Deutschland. Allerdings gebe es nach wie vor offenen Antisemitismus auf den Straßen. Der Bundespräsident sagte an die Adresse der Jüdinnen und Juden hierzulande: “Ihr seid ein Teil von uns. Dieses Land Deutschland ist nur ganz bei sich, wenn sich Jüdinnen und Juden in unserem Land sicher fühlen können.”

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, auch Holocaust-Gedenktag genannt, erinnert an die Befreiung überlebender Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Januar 1945 durch die Rote Armee. In dem größten NS-Lager wurden schätzungsweise etwa 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ermordet.

Seit 1996 gedenken die Menschen in Deutschland an diesem Tag der Millionen Opfer des Völkermords. Im November 2005 verabschiedete auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den 27. Januar zum weltweiten Gedenktag erklärte.