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Rund 1.000 Jahre altes Bronzekreuz entdeckt

In Brandenburg ist ein bislang einzigartiges Zeugnis der frühen Christianisierung der Region gefunden worden. Das Bronzekreuz aus dem 10. oder 11. Jahrhundert sei bei Grabungen im Havelland entdeckt worden, hieß es bei der Präsentation am Freitag in Potsdam. Das sogenannte Radkreuz sei in einer Form gegossen worden, die vor mehr als 40 Jahren in Berlin-Spandau zutage gekommen war.

Die dort 1982 bei Ausgrabungen auf einem slawischen Burgwall gefundene Gussform gelte als einer der ältesten Nachweise der frühen Christianisierung zwischen Elbe und Oder. Ein Abguss der Form sei zuvor nicht bekannt gewesen.

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) betonte, der Fund sei „in mehrfacher Weise spektakulär“. Er passe nicht nur zu der bereits bekannten Gussform, sondern stehe auch beispielhaft für die frühe Christianisierung in Brandenburg. Das Bronzekreuz zeige als Symbol des Glaubens, dass Christen in der Region schon viel früher gelebt hätten, als oft angenommen, sagte Schüle. Zugleich verweise es auf die damaligen Handelsbeziehungen.

Schüle sagte, für die Fachwelt sei das Kreuz ein wahrer Glücksfall. Es sei außerhalb regulärer Grabungen von einer ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin gefunden worden. Dies zeige, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement für die Archäologie in Brandenburg sei, betonte sie.

Nachbildungen des Kreuzes auf Grundlage der in Spandau gefundenen Gussform werden im katholischen Erzbistum Berlin nach Aussage eines Sprechers bis heute verwendet, unter anderem um verdiente Ehrenamtliche zu würdigen.