In Rheinland-Pfalz haben außer Kontrolle geratene Silvesterfeiern in der Neujahrsnacht zahlreiche Polizeieinsätze ausgelöst. Insgesamt seien landesweit bei „ereignistypischen Einsätzen“ 216 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten registriert worden, teilte das Mainzer Innenministerium am Donnerstagmorgen mit, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Allein 89 Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung wurden eingeleitet. Innenminister Michael Ebling (SPD) verurteilte Fälle von Gewalt gegen andere Feiernde und Einsatzkräfte.
Nach Ministeriumsangaben wurde ein Polizeibeamter durch Bewurf mit Feuerwerk verletzt. Größere Einsätze gab es unter anderem in Koblenz und in Trier, wo kurz nach Mitternacht an der Porta Nigra Menschen mit Feuerwerkskörpern beschossen wurden.
Das Abbrennen von Feuerwerken sorgte am Silvestertag und in den ersten Stunden des neuen Jahres ebenfalls für mehrere Hundert Brandeinsätze. In einigen Fällen entstanden dabei erhebliche Sachschäden, so in Kaiserslautern, wo eine Gartenlaube in Brand geriet, von der aus das Feuer auf ein Einfamilienhaus übergriff. In Mainz-Finthen weitete sich ein Feuer auf einem Balkon auf die angrenzende Wohnung aus. Als Folge ist Behördenangaben zufolge derzeit das gesamte erste Obergeschoss des Mehrfamilienhauses nicht bewohnbar, 50 Personen mussten evakuiert werden. In Neuwied brannte ein leerstehendes Haus ab.
Im Raum Ludwigshafen blieben größere Polizei- und Feuerwehreinsätze aus. „Es kam in der Silvesternacht zu keinen besonderen Vorkommnissen“, teilte das Polizeipräsidium Rheinpfalz mit. „Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger feierte friedlich den Jahreswechsel.“