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Paderborner Erzbischof Bentz: Nach Anschlag nicht in Angst verfallen

Der “umnachtete” Täter von Magdeburg habe viele Menschen in die Nacht des Leids gestoßen, so der Paderborner Erzbischof Bentz in der Christmette. Auch in dieser schweren Situation könne Weihnachten aber Hoffnung geben.

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat an Heiligabend davor gewarnt, sich angesichts des Anschlags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt von Angst lähmen zu lassen. Genau das wollten Täter ja mit solchen Schreckenstaten bewirken, sagte er bei der Christmette im Paderborner Dom. “Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir den Ressentiments und den Ängsten nicht die Macht überlassen.” Der Erzbischof warnte davor, dass Hass und Schuldzuweisungen um sich greifen und die Gesellschaft spalteten.

“Seit Freitag sind die Lichter aus und ist es dunkel geworden – in Magdeburg, auf dem Weihnachtsmarkt”, sagte Bentz laut Predigtauszügen. Nacht sei um diejenigen, denen die Gewalttat liebe Menschen aus dem Leben gerissen habe, die verletzt seien und die als Helfer dem Grauen ins Gesicht hätten blicken müssen. Der “umnachtete” Täter habe viele Menschen in die Nacht des Leids, der Fassungslosigkeit und der Trauer gestoßen. Die Nacht stehe aber nicht nur für Bedrängnis, sondern sei auch die Zeit, in der Gott den bedrängten Menschen zur Hilfe komme. So habe in der Nacht von Jesu Geburt der Engel den Hirten auf den Feldern Bethlehems zugesagt: “Fürchtet euch nicht”. Für manche klinge das zwar eher wie Provokation statt Trost. “Und doch ist es das Erste, was uns an Weihnachten gesagt wird.”

Die “nächtliche” Angst und Verunsicherung lassen sich laut Bentz zwar nicht einfach abschütteln. Doch wenn die erste Botschaft an Weihnachten “Fürchtet euch nicht” laute, dann liege darin die Aufforderung, Vorbehalte gegenüber dem tröstenden Wort zurückzustellen und auf die darin liegende Hoffnungskraft zu vertrauen.