Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) hat dazu aufgerufen, Verantwortung für die Demokratie zu übernehmen und Populismus eine Absage zu erteilen. Demokratie sei „eine Kultur der Verantwortung, des Dialogs, des Kompromisses“, betonte sie am Dienstag bei einer Ringvorlesung der Universität Potsdam: „Sie beginnt im Kopf, berührt das Herz und bleibt nur lebendig, wenn wir uns trotz unserer Unterschiede zivilisiert begegnen.“ Wichtig dafür sei, dass sich Menschen auch persönlich begegnen und in einen direkten Dialog eintreten.
Die liberale Demokratie befinde sich derzeit, befeuert durch neue technologische Möglichkeiten, in der Krise, sagte Schüle. Der „Kampf um die Köpfe“ werde jedoch nicht durch Algorithmen entschieden, sondern durch Menschen, die sich analog begegnen, Konflikte austragen, Kompromisse suchen und dafür Verantwortung übernehmen. Die Wiederbelebung persönlicher Begegnungen, des direkten Dialogs und gemeinsamer physischer Erfahrungs- und Handlungsräume sei ein zentrales Moment der demokratischen Widerstandsfähigkeit. Vermeintlicher „populistischer Eindeutigkeit“ müsse die Kunst des Kompromisses entgegengesetzt werden.