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Jüdische Gemeinde gegen palästinensische Künstlerin in Kunstakademie

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Oded Horowitz, hat am Montag vor Journalisten personelle Konsequenzen gefordert, sollte es am Mittwoch bei dem beabsichtigten Redeauftritt der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif bleiben. „Wie kann die Akademie jemanden einladen, der offensichtlich Gewalt gegen den Staat Israel und die Juden verherrlicht“, sagte Horowitz.

Der Vorsitzende der drittgrößten jüdischen Gemeinde in Deutschland verwies darauf, dass die Kunstakademie vom Land NRW finanziert werde. Das Bundesland habe sich gegen gewaltverherrlichende Organisationen gestellt. Eine Reduzierung der Diskussion auf die Kunstfreiheit sei unverständlich. Horowitz appellierte an die Kunstakademie, die Einladung an die Filmemacherin Basma al-Sharif rückgängig zu machen.

Mit einem offenen Brief hatte sich zuvor auch das Jüdische Forum der CDU in NRW an die Kunstakademie gewandt. Auf Anfrage der „Jüdischen Allgemeinen“ nahm die Akademie Stellung. Wie die Zeitung in der vergangenen Woche berichtete, habe die Hochschule in ihrer Erklärung betont, dass sich Veranstaltungen im Rahmen des geltenden Rechts bewegten und der Auseinandersetzung mit Kunst dienten, nicht der politischen Positionierung. Antisemitismus, Hassrede, die Verherrlichung terroristischer Gewalt sowie die Infragestellung des Existenzrechts Israels hätten an der Institution keinen Platz. Der Terrorangriff der Hamas sei ein schweres Verbrechen, das in keiner Weise relativiert werden dürfe. Zugleich verwies die Akademie auf ihre Verpflichtung zur Kunstfreiheit und zum offenen Diskurs.

Der Antisemitismusbeauftragte der Stadt Düsseldorf, Wolfgang Rolshoven, sagte am Montag, die Künstlerin „dämonisiere den Staat Israel, erkenne ihn nicht an“ und nenne den terroristischen Überfall der Hamas auf israelische Zivilisten mit über 1.000 Toten am 7. Oktober 2023 lediglich „einen Akt des Widerstandes“. Auch NRW-Kulturministerin Ina Brandes (CDU) hatte die Akademie gebeten, die Veranstaltung zu überdenken.

Die Kunstakademie Düsseldorf hält laut Programmankündigung an ihrem Vorhaben fest und will im Rahmen einer hochschulinternen, studentisch organisierten Veranstaltung zwei Filme der Künstlerin Basma al-Sharif zeigen. „Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Studierende, Lehrende und Mitarbeitende der Kunstakademie Düsseldorf und stellt keine institutionelle Positionierung der Kunstakademie Düsseldorf dar“, heißt es auf der Internetseite der Hochschule. Die Veranstaltung werde moderiert. Antisemitische, rassistische oder strafrechtlich relevante Äußerungen würden nicht toleriert.