Iraner in Deutschland leiden nach Worten des evangelischen Theologen aus dem Iran, Mehrdad Sepehri Fard, unter der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen. Für in Deutschland lebende Angehörige sei die Situation „herzzerreißend“, sagte Pastor Mehrdad Sepehri Fard in Paderborn der Bielefelder evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“ (Erscheinungstag 25. Januar). „Viele fühlen sich ohnmächtig. Sie sind hier in Sicherheit und wissen gleichzeitig, was ihren Familien passiert“, sagte der aus Teheran stammende Theologe, der im Kirchenkreis Paderborn die „Fachstelle Persischsprachige Seelsorge in Westfalen“ leitet.
Schwierig ist es nach Worten des Theologen, zuverlässige Angaben über die Opfer zu erhalten. „Manchmal heißt es: 12.000 Tote, dann über 20.000, manche reden von 2.000. Die Menschen, mit denen wir sprechen, sagen mit weinender Stimme: ‘Soldaten kommen mit Waffen, sie schießen auf uns’“, berichtet der Theologe, der Ansprechpartner und Seelsorger für persischsprachige Christinnen und Christen, vor allem aus dem Iran, aus Afghanistan und Tadschikistan ist.
Es gebe Berichte, dass Familien 1.000 Euro zahlen müssen, um den Leichnam zurückzubekommen – als „Ersatz für die Kugeln“, sagte Fard. Sonst würden die Toten in Massengräbern verscharrt. Der Kontakt zu Familien im Iran sei äußerst schwierig. Telefone funktionierten nicht mehr. Zum Teil gebe es noch Satellitenverbindungen über Starlink. Viele Informationen kämen jedoch nur bruchstückhaft an. Aus großen Städten gebe es teilweise noch Nachrichten. „Aus anderen Regionen hören wir gar nichts mehr“, sagte der in Teheran geborene Theologe, der 1997 mit seiner Frau nach Deutschland kam.