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Hessische Politik trauert um frühere Ministerin Ruth Wagner

Der Hessische Wissenschafts- und Kunstminister Timon Gremmels (SPD) würdigt die verstorbene frühere Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Ruth Wagner (FDP), als leidenschaftliche Streiterin für die Freiheit von Kultur und Wissenschaft. Diese Werte würden heute immer häufiger infrage gestellt, sagte der Minister laut Mitteilung am Dienstag in Wiesbaden. Die Ehrenvorsitzende der hessischen FDP ist am Sonntag im Alter von 85 Jahren verstorben, teilte die Partei mit. Wagner war von 1999 bis 2003 Ministerin für Wissenschaft und Kunst sowie stellvertretende Ministerpräsidentin in Hessen.

Während ihrer Zeit als Staatsministerin habe Wagner „mit großer Entschlossenheit zahlreiche Projekte für Wissenschaft und Kultur auf den Weg gebracht, von denen das Land Hessen bis heute profitiert“, sagte Gremmels. Sie habe etwa die Stärkung der Hochschulautonomie in den Mittelpunkt des Hochschulrechts gestellt. Der Tag des offenen Denkmals in Hessen, der inzwischen auf Bundes- und europäischer Ebene nach hessischem Vorbild gefeiert werde, gehe ebenso auf Wagner zurück, wie der Wettbewerb „Jugend malt“. Ehrenamtlich habe sich die Verstorbene unter anderem als Vorsitzende der Kommission zur Geschichte der Juden in Hessen und als Kuratoriumsvorsitzende des Kulturfonds Rhein Main engagiert.

Der Landesvorsitzende der FDP Hessen, Thorsten Lieb, würdigte Wagner als eine „große Liberale“, die sich durch Standhaftigkeit ausgezeichnet habe. Die FDP-Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, Wiebke Knell, erinnerte daran, dass Ruth Wagner die erste Frau an der Spitze einer hessischen Partei gewesen sei.

Ruth Wagner wurde 1940 in Wolfskehlen bei Darmstadt geboren. Die Gymnasiallehrerin war seit 1971 Mitglied der FDP und unter anderem von 1988 bis 2008 Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Wagner war zwischen 1978 und 2008 mit Unterbrechungen hessische Landtagsabgeordnete. In den Jahren von 1987 bis 1991 und von 2003 bis 2008 war sie Vizepräsidentin des hessischen Landtags.