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Heße: Hirten haben die Pole-Position

Der katholische Erzbischof des Erzbistums Hamburg, Stefan Heße, hat seine Weihnachtspredigt den Hirten gewidmet. Im St. Marien-Dom sagte Heße am Heiligabend, dass die Hirten Weihnachten die „Pole-Position“ einnehmen. „Sie sind die Ersten bei der Geburt des neugeborenen Kindes. Und das, obwohl sie eigentlich in der damaligen Gesellschaft die letzten waren, um nicht zu sagen: das Letzte.“

Hirten gehörten zur Unterschicht, erklärte Heße. Die Schafe gehörten nicht ihnen, sondern den Gutsherren. „Sie galten als ungebildet, standen im Ruf, Gauner zu sein, waren ausgeschlossene Randfiguren.“

Doch ihre Rolle in der Weihnachtsgeschichte bringe bereits die Botschaft mit, die das Kind in der Krippe als Erwachsener verbreiten werde, sagte Heße. „Die einfachen Leute, die Kleinen, die Ausgestoßenen sind für das Kind zentral.“ Niemand müsse perfekt sein, um Weihnachten zu feiern.

Die Hirten müssen von Berufs wegen mobil und flexibel sein, sagt Heße. „Den Ruf der Engel greifen sie auf und nehmen sofort eine Kurskorrektur vor. Ihr Ziel heißt jetzt Bethlehem.“ Auch das deute auf das Wirken Jesu, der als Wanderprediger unterwegs ist.

Und auch auf Jesu Sterben deute die Geburt mit den Hirten bereits, erklärt der Erzbischof. „Jesus selbst vergleicht sich mit einem Hirten: ‘Ich bin der gute Hirt, der sein Leben gibt für die Schafe’.“

Heße ruft dazu auf: „Gehen wir mit den Hirten zur Krippe und versuchen wir, ihnen ein wenig ähnlich zu werden, uns mit ihnen in bester Gesellschaft bei Jesus zu fühlen.“