Das deutsch-französische „Theater Eurodistrict BAden Alsace“ in Offenburg erhält für die Inszenierung des Theaterstücks „Das Tagebuch der Anne Frank“ die Hermann-Maas-Medaille 2026. Wie die Evangelische Landeskirche in Baden (Karlsruhe) mitteilte, wird die Auszeichnung am Dienstag, 27. Januar, in der evangelischen Kirche Gengenbach verliehen. Die Laudatio hält Landesbischöfin Heike Springhart.
„Das Thema der Versöhnung der Religionen spielt im Programm des Theaters immer wieder eine große Rolle“, begründete die Jury die Wahl des diesjährigen Preisträgers. Mit der Inszenierung „Das Tagebuch der Anne Frank“ habe sich das Theater auch des Themas Versöhnung „Christen und Juden“ angenommen, hieß es. Die Aufführungen des bilingualen Theaters sind an junge Menschen und Schulen unter Begleitung einer Theaterpädagogin gerichtet.
Das „Theater Eurodistrict BAden Alsace“ wurde vor 20 Jahren mit der Absicht gegründet, grenzüberschreitend Brücken zu bauen: anfangs zwischen Deutschland und Frankreich, später auch zwischen den Kulturen, Nationen und Religionen. In seinen rund 150 Vorstellungen pro Spielzeit ist das Ensemble einerseits in seinem eigenen Haus im Europäischen Forum in Neuried am Rhein zu erleben, andererseits in Baden-Württemberg, Frankreich und Österreich unterwegs.
Dabei fördert das Theater auch die Erinnerungskultur, etwa in der Inszenierung „Das Tagebuch der Anne Frank“. „Unser Blick richtet sich dabei auf die in Deutschland lebenden Juden, und das politische Statement ist, dass so etwas wie damals nie wieder passieren darf“, sagte Theaterintendant Edzard Schoppmann. In die Inszenierung, die sich schwerpunktmäßig an junge Zuschauer richtet, ist jiddische Live-Musik integriert.
Mit der Verleihung einer geprägten Medaille in Erinnerung an Prälat Hermann Maas würdigt die Evangelische Kirchengemeinde Gengenbach seit 1994 das Wirken von Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen, die sich in einem ökumenischen Geist um den Dienst am Nächsten und um Verständigung und Versöhnung zwischen Religionen und Völkern verdient gemacht haben. Der Preis wird in der Regel alle vier Jahre in Kooperation mit der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Hermann-Maas-Stiftung in Heidelberg verliehen.
Hermann Maas wurde 1877 als Sohn des damaligen evangelischen Pfarrers in Gengenbach geboren. Als einer der Pioniere der ökumenischen Bewegung setzte sich Maas seit 1913 für den Frieden zwischen Religionen und Völkern ein. In seiner Zeit als Pfarrer an der Heiliggeistkirche in Heidelberg wurde er zwischen 1933 und 1945 zum Helfer und Retter für viele Juden. (0173/22.01.2026)