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Eurobarometer: Mehrheit der Europäer sieht Antisemitismus als Problem

Eine Mehrheit der Europäerinnen und Europäer nimmt Antisemitismus als Problem in ihrem jeweiligen Land wahr. Wie aus einer am Dienstag von der Europäischen Kommission veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage hervorgeht, betrachten 55 Prozent der Befragten Antisemitismus als gesellschaftliches Problem. Im Jahr 2018 lag der Wert noch bei 50 Prozent. In Deutschland waren es 71 Prozent, fünf Prozentpunkte mehr als 2018.

EU-weit ist fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) der Ansicht, dass Antisemitismus in ihrem Land in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat. Das entspricht einem Anstieg um elf Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Erhebung von 2018. In Deutschland sagten 67 Prozent der Befragten, das Problem habe zugenommen, ein Anstieg um sechs Prozentpunkte gegenüber 2018.

69 Prozent der Europäerinnen und Europäer sind zudem der Meinung, dass Konflikte im Nahen Osten die Wahrnehmung jüdischer Menschen in ihrem Land beeinflussen. 2018 lag dieser Wert bei 54 Prozent. In Deutschland gehen 78 Prozent der Befragten davon aus, dass Konflikte im Nahen Osten die Wahrnehmung jüdischer Menschen beeinflussen.

Etwa die Hälfte der Befragten (48 Prozent in der EU, 55 Prozent in Deutschland) ist der Ansicht, dass der Holocaust ausreichend im Schulunterricht behandelt wird.

EU-Innen- und Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages, das Gedenken an den Holocaust bewahre die historische Wahrheit und stelle sicher, „dass wir sie niemals vergessen“. Die jüdische Kultur sei untrennbar mit der europäischen Geschichte verbunden und müsse geschützt werden.

Für die Umfrage wurden im November 2025 laut Angaben der Kommission 26.453 Interviews in den 27 EU-Staaten geführt, davon 1.527 in Deutschland.