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Christen feiern weltweit Weihnachten – Trump greift Islamisten an

Donald Trump erhebt sich zum Schutzherrn von Christen in Nigeria. Im Heiligen Land gab es endlich wieder Feiern ohne Kriegshandlungen. Und der Papst feierte das erste Weihnachtsfest seiner Amtszeit.

Die Katholiken in Deutschland und weltweit haben am Zweiten Weihnachtsfeiertag an verfolgte Christen weltweit erinnert. In den Gottesdiensten am Freitag beteten sie insbesondere für Christen in Nigeria. Anlass ist der katholische Gedenktag des heiligen Stefanus am 26. Dezember, der als erster Märtyrer der jungen christlichen Kirche gilt.

Der Weltgebetstag für die verfolgten Christen stand im Schatten US-amerikanischer Luftangriffe auf Islamisten im Norden Nigerias. Dabei seien “meherere IS-Terroristen” in Lagern der Terrororganisation getötet worden, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Auf seiner Plattform Truth Social schrieb US-Präsident Donald Trump von einem “mächtigen und tödlichen Schlag”. Die Terroristen hätten vor allem unschuldige Christen getötet. Bereits im November hatte Trump von einem Genozid an Christen in Nigeria gesprochen und der Regierung mit einer Militärintervention gedroht, sollte sie Christen nicht besser vor Angriffen schützen.

Opfer der Islamisten in Nigeria werden allerdings auch moderate Muslime. So wurden am Mittwochabend im Nordosten des Landes bei einem Anschlag auf eine Moschee fünf Menschen getötet, wie ein Polizeisprecher mitteilte. 35 Personen wurden demnach verletzt. Seit den 2000er Jahren konnten sich radikal-islamistische Gruppierungen wie Boko Haram ausbreiten. Nigeria erlebt allerdings auch Bandenkriminalität.

Der katholische Erzbischof von Abuja, Ignatius Kaigama, hatte im Vorfeld des Gebetstages erklärt, die die jüngste Welle der Gewalt in Nigeria sei brutal und furchtbar. So wurden im Bundesstaat Niger am 21. November mehr als 300 Mädchen und Jungen aus dem Internat der katholischen Schule St. Mary entführt.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, der Augsburger Bischof Bertram Meier, warnte vor holzschnittartigen Bewertungen der Lage in Nigeria. Ob Taten religiös motiviert seien, lasse sich oft nur schwer beurteilen. “Denn ganz offenkundig greifen gerade in Nigeria, einem Land von vibrierender Religiosität, ethnische, politische, materielle und religiöse Faktoren allzu oft ineinander.”

Schon seit Mittwochabend hatten Christen auf der ganzen Welt Weihnachten gefeiert. Mit Spannung erwartet worden waren die Christmette im Petersdom an Heiligabend sowie der traditionelle Segen “Urbi et orbi” des Papstes auf dem Petersplatz. An seinem ersten Weihnachten als Oberhaupt der katholischen Kirche nahm Leo XIV. eine Tradition seiner Vorgänger Johannes Paul II. (1978-2005) und Benedikt XVI. (2005-2013) wieder auf und sprach Weihnachtsgrüße in zehn Sprachen – auch auf Deutsch.

Trotz Regens waren laut Vatikan-Angaben 26.000 Menschen auf den Petersplatz gekommen. Dort bat Leo XIV. für Frieden und Stabilität in zahlreichen Ländern weltweit, die Kriege und Krisen erleben. Auch rief er dazu auf, nicht andere zu beschuldigen, sondern zuerst eigene Fehler zu erkennen und Gott um Vergebung zu bitten.

Aufatmen konnten Christen in Israel und den palästinensischen Gebieten. Nach zwei Jahren des Krieges begrüßten Tausende Menschen in Bethlehem zunächst den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der sagte: “Nach zwei Jahren Dunkelheit brauchen wir Licht.” In der Nacht feierte er die Christmette, an der traditionell auch der palästinensische Präsident teilnimmt. In diesem Jahr wurde Mahmud Abbas von seinem Vize Hussein al-Scheich vertreten.

Auch in Deutschland dominierten Appelle für Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt die Weihnachtspredigten. Gegen Nationalismus und Abschottung wandte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Limburger Bischof Georg Bätzing. Statt egoistischen Denkens mit der Parole “Wir zuerst!” brauche es mehr Solidarität und gemeinsame Verantwortung, sagte er am ersten Weihnachtsfeiertag.

Weitgehend ruhig blieb es an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag in Afrika und Asien. Um terroristische Anschläge zu verhindern, hatte etwa Indonesien, das größte muslimisch geprägte Land der Welt, Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Medienberichten zufolge waren 140.000 zusätzliche Mitarbeiter von Polizei und Militär im Einsatz.